Prix Acier | Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier 2009

Das Stahlbau Zentrum Schweiz hat zum dritten Mal den Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier ausgeschrieben. Er wird alle zwei Jahre für herausragende Bauwerke verliehen, bei denen der Baustoff Stahl als architektonisches Ausdrucksmittel eingesetzt wurde. Ziel ist die Förderung der Schweizer Stahlbaukompetenz und die Sensibilisierung für das technische Potenzial und die architektonische Ausdrucksstärke des Stahlbaus.

Fachjury

Für die Jurierung 2009 wurden insgesamt 44 Projekte eingereicht. Unter Beurteilung der ausgewiesenen Fachjury wurden insgesamt fünf Projekte mit dem Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier 2009 ausgezeichnet. Die Reihenfolge der Projekte stellt keine Bewertung dar. Zudem vergab die Jury sieben Anerkennungen.

Peter Berger

Dipl. Arch. ETH, Theo Hotz AG, Zürich; Prof. an der BFH

Stefan Camenzind

Dipl. Arch. HTL SIA, Camenzind Evolution

 

Mario Fontana

Prof. Dr. dipl. Ing. ETH, IBK ETH Zürich

Christoph Gemperle

Dipl. Ing. ETH, Huber + Gemperle, Wil; Prof. an der  ZHAW, Winterthur

Evelyn C. Frisch

Dipl. Arch. ETH, ehm. Direktorin Stahlbau Zentrum Schweiz

Beat Jordi

Dipl. Arch. ETH BSA SIA, ADP Architekten, Zürich

 

 

Photogalerie Preisverleihung Prix Acier 2009

Photos: Heidi Arens & Johannes Dietschi

Gewinner

Baldachin, Bahnhofplatz Bern

Projektpartner

Bauherrschaft:       Bauherrengemeinschaft Neuer Bahnhofplatz Bern vetreten durch Stadtbauten Bern
Architekten:       Planergemeinschaft Bahnhofplatz Bern marchwell Valentino Marchisella Architekten,
      Zürich Wellmann Architekten AG, Zürich Wellmann Architekten AG,
      Bern Atelier 5 Architekten und Planer AG, Bern
Ingenieure:       Ove Arup Facade Engineering, London (Konzept) Ernst Basler + Partner AG, Zürich
      (Vor- u. Bauprojekt, Vordimensionierung) Walt + Galmarini AG, Zürich (Stahlbau)
      Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich (Glas)
Stahlbau:       Tuchschmid AG, Frauenfeld
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Tuchschmid/Alexander Gempeler, Bern) für die Pressearbeit verwendet werden.

Eine gläserne Welle überdacht den neuen Bahnhofplatz von Bern. Der rund 85 Meter lange und 40 Meter breite Baldachin überspannt die Haltestellen von Tram und Bus sowie einen grossen Teil des öffentlichen Platzes, der als neues Tor zur Altstadt an städtischer Prägnanz gewonnen hat. Unter der eleganten, leichten und transparenten Grossform, bleibt der Blick auf die historischen Fassaden der Stadt erhalten.

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Mit der Platzgestaltung wurde auch der Verkehr neu geregelt, so dass der Bahnhofplatz von einer chaotischen Verkehrskreuzung zu einer grosszügigen Flaniermeile wurde.

Der Baldachin ruht auf einer Tragstruktur aus 6 Kastenträgern auf insgesamt 12 eingespannten Stahlstützen, in Querrichtung dazu verlaufen die zweifach gekrümmten Sekundärträger, welche die Dachform als Welle definieren. Zwischen diesen Sekundärträgern liegen Tertiärträger, an welchen die Punkthalterungen für insgesamt 528 Glasplatten unterschiedlicher Geometrie angebracht sind. Die Gläser werden von oben gehalten und verbinden sich zu einer hauchdünnen, geschlossenen Membran. Die mehrfache Krümmung der Dachfläche stellte hohe Anforderungen an die Präzision der Ausführung während Produktion, Transport und Montage.

Das Bauwerk überzeugt durch seine zurückhaltend elegante Form und die äusserst filigrane und transparente Konstruktion in einem bedeutenden, historischen Kontext der Bundeshauptstadt. Die präzise und auf das Wesentliche reduzierte Detaillierung des Stahlbaus und seine weiche Gesamtform nehmen Bezug auf die Funktion des Platzes als hochfrequentierter, öffentlicher Ort und als einladende Geste für Ankömmlinge und Stadtbürger. Die Jury wählt das Projekt als Preisträger für den Prix Acier 2009.

Schulanlage Leutschenbach, Zürich

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Zürich, Immobilienbewirtschaftung und Schul- und Sportdepartement, vertreten durch Amt für Hochbauten
Architekten:       Christian Kerez, Zürich in Zusammenarbeit mit BGS & Partner Architekten AG, Rapperswil
Ingenieure:       Dr. Schwartz Consulting AG, Zug in Zusammenarbeit mit dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee
Stahlbau:       Zwahlen & Mayr SA, Glattbrugg
Fertigstellung:       2009
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Dario Pfammatter, Architekturbüro Christian Kerez) für die Pressearbeit verwendet werden.

Das Schulhaus Leutschenbach gehört zu den ambitioniertesten Stahlbauten der Schweiz. Sowohl als Typologie für eine Schule als auch in seiner ungewöhnlichen Tragstruktur ist es ein Experiment. Der Bau steht auf der grünen Wiese in einem ehemaligen Industriequartier von Zürich und soll dem neuen, geplanten Stadtteil zu einem selbstbewussten, urbanen Gesicht verhelfen.

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Die Nutzungen sind in einer möglichst kleinen Grundrissfläche zu einem 33 Meter hohen Haus gestapelt – zuoberst thront eine Dreifachturnhalle. Damit bleibt die umliegende Grünanlage möglichst unberührt, was durch die Aufhebung der optischen Grenzen zwischen Erdgeschoss und Aussenraum thematisiert wurde.

Das Tragwerk besteht aus einem System von aufeinandergestellten und abgehängten Fachwerken. Zwei 3-Geschosshohe Fachwerkverbände lagern auf insgesamt 6 dreibeinigen, raumhohen Stützen im Erdgeschoss und tragen zwei Fachwerkverbände in Gegenrichtung, auf welchen einerseits die Turnhalle ruht und andererseits die darunterliegenden Geschosse aufgehängt sind. Damit wirken das Erdgeschoss und das vierte Obergeschoss von aussen stützenfrei. Nur eine fugenlose Glashaut trennt die Räume vom Aussenraum ab. So gibt es im ganzen Schulhaus keine massiven Wände. Die Geschossdecken sind allerdings in Beton ausgeführt und nehmen sämtliche Installationen auf, was zur haustechnischen und statischen Herausforderung wurde.

Die gesamte Tragstruktur bleibt überall sicht- und erlebbar, der Verlauf der Kräfte wird deutlich offengelegt. Die Stärke dieses Beitrages liegt im innovativen Ansatz der Stapelung von unterschiedlichen Nutzungseinheiten und damit verbunden im anspruchsvollen Umgang mit der Gebäudestatik. Form und Tragwerk bilden eine Einheit, wobei der Aufwand in Konstruktion und Ausführung eher im Sinne eines Experimentes zu sehen ist. Die Jury zeichnet diesen Bau aufgrund seines expressiven und ausserodentlichen Charakters mit dem Prix Acier 2009 aus.

Zentrale Merck Serono, Genf

Projektpartner

Bauherrschaft:       Merck Serono SA, Genf
Architekten:       Murphy/Jahn, Chicago
Ingenieure:       Werner Sobek, Stuttgart
Stahlbau:       Sottas SA, Bulle
Fertigstellung:       2006
Fotos: © Merck Serono S.A. 2006 (Fotograf: Rainer Viertlböck, Gauting) Bei Interesse an diesem Pressefoto nehmen Sie bitte Kontakt auf mit: kommunikation@szs.ch

Der Neubau und die Sanierung des Verwaltungsgebäudes für das Pharmaunternehmen Merck/Serono in Genf zeichnen sich durch hochtransparente Stahl-Glas-Konstruktionen in Fassade und Dach aus. Besonders hervorzuheben sind das zu öffnende Dach über dem sogenannten Forum sowie die darunterliegenden Fassadenkonstruktionen. Es handelt sich hier um das weltweit grösste zu öffnende Glasdach.

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Der bestehende Gebäudekomplex wurde im Zuge einer Sanierung vollständig entkernt und mit drei Neubauten ergänzt, die jedoch mit Ausnahme der letzten Etage und der Dachkonstruktion in Massivbauweise ausgeführt sind. Zwischen den Neubauten liegen weit gespannte Passerellen in Stahl sowie Treppen- und Liftanlagen. Die gesamte Dachkonstruktion in Stahl dient auch als Aufhängevorrichtung für die Stahl- und Metallfassaden des Gebäudes. Das Dach überspannt auch ein Atrium, welches vollständig verglast ist. Das Kernstück der Anlage bildet das Forum – ein 25 Meter hoher Glasbau in Form eines Viertelkreises, dessen fächerförmiges Dach sich hydraulisch öffnen lässt. Das ca. 1000 m2 grosse Forumsdach ebenso wie die ca. 12 m hohen drehbaren Glastore und der aussenliegende Sonnenschutz sind wichtige Bestandteile des Klimakonzeptes des Gebäudes.

Der Stahl- und Metallbau in diesem Projekt bleibt grösstenteils sichtbar und besticht durch die präzise und sorgfältige Detaillierung. Die meisten Haupt- und Sekundärtragelemente bestehen aus geschweissten Kastenprofilen, wobei die Schweissnähte nicht sichtbar sind. Stahl wirkt hier als Botschafter für Grosszügigkeit, Eleganz und Präzision. Die Konstruktion besticht ihre Filigranität und reagiert mit Leichtigkeit auf die hohen technischen Anforderungen. Das Projekt wird deshalb mit dem Prix Acier 2009 ausgezeichnet.

IMD – Maersk Mc-Kinney Moller Center, Lausanne

Projektpartner

Bauherrschaft:       IMD – International Institute for Management Development, Lausanne
Architekten:       Richter et Dahl Rocha Bureau d’architectes SA, Lausanne
Ingenieure:       MP Ingénieurs Conseils SA, Crissier
Stahlbau:       Sottas SA, Bulle
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto aussen: Yves André, St.-Aubin-Sauges; Foto innen: Olivier Wavre, Lausanne) für die Pressearbeit verwendet werden.

An exklusiver Lage mit Blick auf den Lac Léman erstreckt sich der Campus des International Institut for Management Development IMD. Der jüngste Neubau der Anlage ist ein Lehrgebäude mit diversen Hörsälen und Seminarräumen. Der weisse, langgestreckte Baukörper in Stahl ruht auf einem massiven Sockelgeschoss.

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Die horizontale Schichtung der drei Geschosse wird durch eine Differenzierung der Fassaden thematisiert, so dass das Bauvolumen eine schwebende Leichtigkeit gewinnt. Die geometrische Präzision des Baukörpers vermittelt Strenge und Konzentration, aber auch Weite und Grösse, die sich auch im Inneren durch eine grosszügige Raumfolge von Atrium, Lichthof und Auditorien widerspiegelt. Grosse Spannweiten ermöglichen weitgehend stützenfreie Räume und einen offenen Raum- und Lichtfluss.

Die Lage des grossen Auditoriums bestimmt das Tragsystem, welches Spannweiten von 19 bis 58 Metern bei minimaler Deckenhöhe erlaubt und damit zu einer optimalen Raumausnutzung führt. Die leichte Skelettkonstruktion aus Lochstegträgern ist prädestiniert für die einfache und flexible Leitungsführung sowie für minimale Fundamente. Der der Rohbau war in nur 8 Monaten produziert und montiert. Durch die Verwendung von Recyclingstahl, die Reduktion der Massen und die Flexibilität in der Nutzung wird der Bau den Anforderungen an das nachhaltige Bauen in hohem Masse gerecht.

Dieses Gebäude ist ein attraktives Beispiel für den wirtschaftlichen und ökologischen Einsatz von Stahl im Geschossbau. Obwohl das Material kaum sichtbar in Erscheinung tritt, zeugt die grosszügige Eleganz der Räume und der Lichtführung vom Potenzial der Stahlbauweise. Das Projekt wird deshalb mit dem Prix Acier 2009 ausgezeichnet.

Passerelle über die Verzasca, Tenero-Contra / Gordola

Projektpartner

Bauherrschaft:       Gemeinden Tenero-Contra / Gordola
Architekten:       Blue Office Architecture, Bellinzona
Ingenieure:       Giorgio Masotti, Bellinzona
Stahlbau:       Officine Ghidoni SA, Riazzino
Fertigstellung:       2005
Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Danny Noel, Agarone) für die Pressearbeit verwendet werden.

Nahe der Mündung des Flusses Verzasca in den Lago Maggiore verbindet die Passerelle die beiden Gemeinden Tenero-Contra und Gordola. Sie ist Teil eines Weg- und Brückennetzes zwischen Bellinzona und Locarno und überquert mit 120 Metern eine natürliche Flusslandschaft der Verzasca.

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Eine alte Steinbrücke im Verzascatal bot die formale Anlehnung für den Brückenentwurf: In Stahl auf das materielle Minimum reduziert, aber umso kräftiger und eleganter in seiner tragenden Geste.

Eine Doppelwelle zeichnen zwei parallel geführte Rundrohre, die jeweils an den Brückenköpfen zusammenlaufen. Dazwischen gespannt sind sekundäre Rundrohre in K-Form – als Abstandhalter und zur Aussteifung. Die Doppelwelle berührt das Flussbett nur an einer Stelle und lagert dort auf einem Stützpunkt aus Beton auf. Die Fahrbahn aus vorgefertigen Betonelementen liegt auf einem horizontalen Stahlfachwerk auf, welches an Stahlkabeln an den Bogensegmenten aufgehängt ist und gleichzeitig auf den beiden Hauptverstrebungen auflagert. Besonderes Augenmerk wurde auf die Ausbildung der Brückenköpfe gelegt, welche die Kräfte der Stahlbögen aufnehmen.

Die Balustrade mit integrierter Beleuchtung folgt der Neigung zwischen Fahrbahn und Stahlbögen – die Beleuchtungselemente setzen sich in den angrenzenden Wegen fort, so dass sie mit der Überbrückung des Wassers zu einer Bewegung zusammenlaufen. Mit der Auszeichnung Prix Acier 2009 würdigt die Jury ein interessantes, poetisches und elegantes Brückenbauwerk mit ausgeprägtem, individuellem Charakter.

Anerkennungen

Collège de la Combe, Cugy

Projektpartner

Bauherrschaft:       ASICE Association Scolaire Intercommunale de Cugy et Environs, Cugy
Architekten:       FRAR Frei Rezakhanlou architectes, Lausanne, Genf
Ingenieure:       SD Ingénierie Lausanne SA, Lausanne
Stahlbau:       Sottas SA, Bulle
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Jean Michel Landecy, Genf) für die Pressearbeit verwendet werden.

Das Schulhaus „Collège de la Combe“ beherbergt die Schüler von vier kleinen Gemeinden des Kanton Waadt, nördlich von Lausanne gelegen. Der leichte, mehrgeschossige Stahlbau ist mit Holz verkleidet und integriert sich so harmonisch in die ländliche Umgebung.

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Grosse Spannweiten und eine schlichte, horizontale Gliederung des grossen Baukörpers strahlen unprätentiöse Modernität aus und sprechen für das Selbstbewusstsein der Gemeinden in einer Zeit, wo Nachhaltigkeit im Bauen zur gesellschaftlichen Verpflichtung geworden ist.

So geschlossen der Baukörper von Aussen scheinen mag – im Innern entwickelt sich ein spannendes, lichtdurchflutetes Raumgefüge von geschlossenen und offenen Zonen mit einer zweigeschossigen Turnhalle, Loggien, einem zentralen Innenhof sowie einem grosszügigen Pausen- und Luftraum um die Treppe. Das umfangreiche Raumprogramm umfasst 16 Klassenräume, Sport-, Veranstaltungs- und Werkräume, Cafeteria und grosszügige Foyers.

Der Bau ist funktional, kostengünstig und von einer pragmatischen Eleganz. Erreicht wurde dies durch einen einfachen Stahlskelettbau, der grosse Spannweiten und die kurze Bauzeit von nur 16 Monaten ermöglicht. Die einfache Verbundkonstruktion des Deckensystems zusammen mit den grossen Spannweiten bietet eine hohe Flexibilität in der Nutzung. Durch die Verwendung von Recyclingstahl und Holz sowie durch die Reduktion der Baumasse und einem angemessenen Energiekonzept entspricht dieses Gebäude den Anforderungen an die Nachhaltigkeit in höchstem Masse. Das Gebäude wird von der Jury des Prix Acier mit einer Anerkennung gewürdigt.

Sporthalle Gotthelf, Thun

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Thun, vertreten durch Amt für Stadtliegenschaften
Architekten:       müller verdan architekten, Zürich, ehemals müller verdan weineck architekten
Ingenieure:       Walt + Galmarini AG, Zürich
Stahlbau:       Jakem AG, Münchwilen
Fertigstellung:       2006
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Hannes Henz, Zürich) für die Pressearbeit verwendet werden.

Tagsüber grau schimmernd, nachts als leuchtender Dachkörper präsentiert sich diese Dreifachturnhalle als schwebend leichtes Grossvolumen. Über einem gedrungenen, vollständig verglasten Erdgeschoss erhebt sich eine fast textil anmutende Haube aus Stahl und lichtdurchlässigem Kunststoff. Die Typologie als Dreifachturnhalle ermöglicht parallele Turn- und Grossveranstaltungen mit Publikum.

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Die Nutzfläche von rund 3000 Quadratmetern kann in drei separate Hallen unterteilt werden. Während die Publikumsebene praktisch ebenerdig erschlossen wird, ist die Ebene der Sporthalle und der Nebenräume um ein Geschoss abgesenkt.

Der Stahlbau stülpt sich als Hülle über den abgesenkten Raum, wobei ein transparentes Fensterband als Fuge zwischen Beton-Untergrund und lichtdurchlässiger Fassade wirkt. Die Dachstruktur besteht aus hohen, schlanken Hauptträgern aus Stahlblech und einer Lage Sekundärträgern dazwischen, so dass die Decke durch die dadurch gezeichneten Kassetten ungerichtet wirkt. Getragen wird diese weitgespannte Hallendecke durch schlanke Stahlstützen in der Fassadenebene – ausgesteift durch feine, diagonale Zugbänder.

Das Grossvolumen wird durch eine Raumschichtung in die Tiefe gegliedert und wirkt dennoch als klarer, ruhiger, und eleganter Solitär. Hervorzuheben ist die saubere, präzise Detaillierung und die für eine Sporthalle ungewöhnlich hohe Qualität der Architektur. Das Projekt wird mit einer Anerkennung des Prix Acier gewürdigt.

Perrondächer Glattalbahn, Zürich-Flughafen

Projektpartner

Bauherrschaft:       VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG, Glattbrugg
Architekten:       Penzel Architektur GmbH, Zürich
Ingenieure:       Valier AG, Chur
Stahlbau:       Baltensperger AG, Höri
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Georg Aerni, Zürich) für die Pressearbeit verwendet werden.

Drei miteinander verbundene, dynamisch geformte Dachkonstruktionen charakterisieren den Weg zur Glattalbahn-Haltestelle am Flughafen Zürich. Aufgelegt auf drei fragmentarischen Wandscheiben aus Stahl im Design der Glattalbahn Infrastruktur, scheinen sie fast frei im Raum zu schweben.

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Die lichtdurchlässigen und nachts beleuchteten Dachskulpturen weisen den Passagieren klar erkennbar den Weg vom Flughafeneingang und vom Bushof zu den Perrons der Glattalbahn. Dies ohne die Sicht auf die bestehende Architektur und die Umgebung des Flughafens zu beeinträchtigen.

Die Überdachung ergänzt das Gesamterscheinungsbild des Flughafeneingangs mit dem Bushof (Prix Acier 2005) durch eine erkennbare Eigenständigkeit. Der skulpturale Charakter und eine gewisse schlichte Schwere kontrastieren mit den extremen Auskragungen der Flügel und verdeutlichen damit, dass hier Stahl trägt. Der weite Raum wird durch diese starken Elemente gegliedert und eindeutig gefasst, ohne jedoch beengend zu wirken. Dem Bushofdach ordnet sich diese Dachstruktur aus geschweissten Kastenelementen zwar unter, bildet jedoch als Bindeglied zur gegenüberliegenden massiven Stützmauer der Strasse eine angemessene repräsentative Identität.

Die Jury würdigt mit einer Anerkennung des Prix Acier die einprägsame formale Umsetzung dieser grosszügigen, körperhaften Konstruktion, welche die Statik spüren lässt und für eine hohe Aufenthaltsqualität für Wartende sorgt. Wie das Bushofdach wurde das Projekt mit einem sehr beschränkten Kostenrahmen und knappen Zeitvorgaben realisiert.

Villa Chardonne, Chardonne

Projektpartner

Bauherrschaft:       Heidi et Samuel Heiz, Chardonne
Architekten:       Made in Sàrl, Genf
Ingenieure:       Babel Ingénieurs Civils SA, Genf
Stahlbau:       Zwahlen & Mayr, Aigle
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: made in Sàrl, Genf) für die Pressearbeit verwendet werden.

Wie eben erst gelandet, stützt sich das spektakuläre Einfamilienhaus am Steilhang des Genfer Sees ab. Die flugerprobte Bauherrschaft hat ihre Berufspassion auch in ihrem Wohnsitz umgesetzt: wie über eine Gangway steigt man seitlich in diesen schwebenden Wohnkörper aus Stahl und Glas ein und geniesst von hier einen unverbauten Blick aus der Höhe.

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Die aufgeständerte Black Box aus Stahl und Glas lässt die Topographie praktisch unberührt und schafft so viel Freiraum für die Nutzung des Geländes als Garten.

Die modulare Stahlstruktur definiert die Raumsequenzen des langgestreckten Baukörpers. Wie eine Brücke ist das Tragwerk in vier Modulen aus Vierendeel-Trägern zusammengesetzt und lagert hangabwärts auf zwei schlanken, schräggestellten Stützen auf. Die horizontale Steifigkeit ist durch eine Blechverbunddecke in der Boden-Ebene und einen Dachverband unter dem Dachblech gewährleistet. Somit bleibt das Innere frei von Stützen oder tragenden Wänden und ermöglicht dadurch die optimale Ausnutzung des Grundrisses.

Der Stahlbau ist formal einprägsam und folgt einem bekannten Grundansatz: ein technisch bewährtes Modul mit möglichst wenigen Eingriffen in die Landschaft. Die Konstruktion weist eine sinnvolle, der Gestaltung angemessene, hochwertige Detaillierung auf. Diese ungewöhnlich reduzierte und gleichzeitig raffinierte und sorgfältig detaillierte Lösung eines Wohnhauses in Brückenform würdigte die Jury des Prix Acier mit einer Anerkennung.

Volière Bois de la Bâtie, Genf

Projektpartner

Bauherrschaft:       Ville de Genève – Service des bâtiments
Architekten:       Group 8 Associates Architects, Genf
Ingenieure:       Guscetti & Tournier SA Ingénierie civile, Carouge
Stahlbau:       Zwahlen & Mayr SA, Aigle
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Dgbp David Gagnebin-de Bons & Benoît Pointet, Freiburg) für die Pressearbeit verwendet werden.

In einem kleinen Waldstück mit Teich mitten in der Stadt Genf steht diese federleichte Voliere, die sich in ihrer Struktur ganz den umstehenden Bäumen angleicht. Die aus Stahlrohr verschweissten Baumstützen folgen nur scheinbar einem natürlichen Wuchs – dahinter steckt ein raffiniertes Modell für die Optimierung des Tragsystems,

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das sich von Untersuchungen des spanischen Architekten Antonio Gaudì herleitet.

Der leichte, netzumspannte Raum, der mit dem umgebenden Wald zu einer Einheit verschmolzen scheint, definiert sich durch ein Dach in freier Form, welches von 16 baumartigen Stahlstützen getragen wird. Die Kontur des Daches folgt der Begrenzung durch die umstehenden Bäume und formt damit ebenfalls eine Art Baumkrone. Die 9 Meter hohen Baumstützen sind in einem Raumgitter in Form eines stehenden Quaders eingeschrieben, welches die notwendigen Bezugspunkte für die Planung, Herstellung und Montage liefert. Die Baumstützen wurden je nach Kräftefluss mit Rundrohren in verschiedenen Wandstärken ausgeführt und in hellen Grün- und Weisstönen gestrichten. Eine filigranes, fast unsichtbares Netz aus Edelstahl hüllt die Baumstruktur in eine Art Spinnengewebe ein, das wiederum die Einbettung in die Natur thematisiert.

Der Bau ist eine poetische und raffiniert eigenständige Umsetzung der Pavillontypologie. Den behutsamen, fast unsichtbaren Eingriff in die Natur, die Klarheit der Struktur sowie die materialoptimierte konstruktive Umsetzung würdigte die Jury des Prix Acier mit einer Anerkennung.

Paradise Street Fussgängerbrücke, Liverpool

Projektpartner

Bauherrschaft:       Grosvenor Developments, London
Architekten:       Wilkinson Eyre Architects Ltd., London
Ingenieure:       ARUP Northwest, Liverpool
Stahlbau:       Tuchschmid AG, Frauenfeld
Fertigstellung:       2008
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Tuchschmid/Tim Soar, London) für die Pressearbeit verwendet werden.

Liverpool war 2008 Kulturhauptstadt Europas. Seine Industrie-Geschichte verbindet die Stadt traditionell mit dem Schiffs- und Stahlbau. „Pradise Street“ heisst denn auch ein Teil des jüngsten Stadtentwicklungsprojektes, in dessen Zusammenhang diese Passerelle zwischen einem Parkhaus und einem bedeutenden Warenhaus realisiert wurde.

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Sie schafft nicht nur ein attraktives Eingangserlebnis zur Konsumwelt, sondern durch ihre skulpturale Qualität auch ein spannendes städtebauliches Element hoch über einer schwer befahrenen Strasse.

Die Passerelle überspannt 60 Meter in acht Meter Höhe. Ihre abgewinkelte Form ergibt sich durch die beiden nicht aufeinander abgestimmten Ausgangspunkte. So besteht die Brücke aus drei Teilen, wobei der Mittelteil rechtwinklig zu den umgebenden Gebäuden steht. Die facettenartige Flächengestaltung entsteht durch die diagonale Verschränkung von tragenden, glatten Paneelen aus Stahl, die zu einer steifen Form verschweisst sind, und verglasten Leichtbauelementen. Im Schweizer Werk gefertigt, führte ein Spezialtransport die Brücke in drei Teilen durch halb Europa nach Liverpool, wo sie aufgrund eines ausgefeilten Montageplans in nur einer Nacht montiert wurde.

Die Innovation dieses Projektes liegt zum einen in der Kombination einer räumlich spannenden Form mit einem ungewöhnlichen Tragsystem, zum andern in der technisch höchst anspruchsvollen Fertigung, Logistik und Montage des Stahlbaus. Die Anerkennung gilt insbesondere der interdisziplinären Zusammenarbeit eines internationalen Teams und der hohen technischen Leistungsfähigkeit der Schweizer Stahlbaufirma.

Metallwerkstatt Dynamo, Zürich

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Zürich, Immobilienbewirtschaftung und Schul- und Sportdepartement, vertreten durch Amt für Hochbauten
Architekten:       phalt gmbh architekten, Zürich
Ingenieure:       WGG Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zürich
Stahlbau:       Kaufmann Spenglerei & Sanitär AG, Egg bei Zürich
Fertigstellung:       2009
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Dominique Marc Wehrli, Regensdorf) für die Pressearbeit verwendet werden.

Das Jugendkulturhaus Dynamo betreibt in der Stadt Zürich eine Metallwerkstatt. In Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten wurde in unmittelbarer Nähe zur Limmat eine neue Arbeitsstätte für junge Menschen mit zusätzlichem Büro- und Lagerraum erstellt. Die gut eingerichtete Werkstatt bietet den Benutzern umfangreiches Werkzeug für die Bearbeitung von Metall.

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Die eigentliche Werkstatt liegt im Freien unter einem weit auskragenden Vordach, während die abzuschliessenden Räume in den Kern des Gebäudes verlegt sind. Zur Verbesserung der Belichtung sind drei Oberlichter in das Dach eingeschnitten. Grossflächige Flügeltüren sind vollständig in die Fassade integriert und machen so gegen Aussen sichtbar, wann die Werkstatt in Betrieb ist. Auf einem trapezähnlichen Grundriss tragen Stützen aus Profilstahl einen weit auskragenden Dachrost in gleicher Form, jedoch mit fast doppelter Fläche. Diese Tragkonstruktion ist mit einem industriell gefertigten Lochblech aus Stahl überzogen. Abhängig von Blickwinkel oder Tageszeit sorgt diese Hülle für reizvolle Wechsel in der Wahrnehmung der Fassade.

Das Wechselspiel zwischen Transparenz und Geschlossenheit, zwischen Leichtigkeit und Massivität verleiht dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charme. Konstruktion und Verkleidung zeigen den Werkstoff und seine Verarbeitung präzise, unmittelbar und direkt. Für den wirtschaftlichen Umgang mit dem Material, die sorgfältige Detaillierung bis hin zur Beschriftung und dem raffinierten Wechselspiel zwischen Robustheit und Komplexität wurde dieser Kleinbau mit einer Anerkennung des Prix Acier gewürdigt.

Wanderausstellung Prix Acier 2009

Die Ausstellung präsentierte die insgesamt 12 preisgekrönten und anerkannten Projekte des Prix Acier 2009 in einer spannenden räumlichen Inszenierung.

Auf 12 grossen, volumenhaltigen Stelen aus unbehandeltem Stahlblech wurden die Projekte dokumentiert. Ein auf dem Boden liegender Gitterrost, ebenfalls aus unbehandeltem Stahl, fasst die einzelnen Stelen räumlich zu einem Ganzen und war bei der Besichtigung physisch erfahrbar. Detaillierte Pläne und Erklärungen veranschaulichten die konstruktiven und ästhetischen Aspekte der Bauwerke sowie die Stahlbaukompetenz der beteiligten Firmen. Grossformatige Ausschnitte der einzelnen Objekte dienten als Blickfang für die Besucher und rückten das Material Stahl ins Zentrum.

Die Eröffnung der Wanderausstellung erfolgte anlässlich der Preisverleihung am 30. September 2009 an der ETH Hönggerberg. Danach ging sie auf Tournée und war an verschiedenen Schweizer Hochschulen und Architekturforen sowie an der Swissbau zu sehen.

Eine in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich, Departement für Architektur konzipierte und gebaute Wanderausstellung des Stahlbau Zentrums Schweiz

Fotos: Heidi Arens

European Steel Design Award

Alle zwei Jahre verleiht die Europäische Konvention für Stahlbau EKS die Steel Design Awards. Diese Auszeichnung wird pro Land für ein herausragendes Beispiel in Architektur oder Ingenieurbau verliehen. Im Vordergrund stehen der kreative und wirtschaftliche Umgang mit dem Material Stahl, technische Innovation und konstruktive Virtuosität. Für die Schweiz erhielt das Stadion Letzigrund in Zürich den European Steel Design Award 2009.

 

Preisträger 2009: Stadion Letzigrund, Zürich

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Totalunternehmer:       Implenia Generalunternehmung AG, Dietlikon
Architekten:       Bétrix & Consolascio mit Eric Maier, Erlenbach Frei & Ehrensperger, Zürich
Ingenieure:       Walt + Galmarini, Zürich
Stahlbau:       ARGE Baltensperger AG, Höri und H. Wetter AG, Stetten
Fertigstellung:       2007
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: EWA, swissprofessionals) für die Pressearbeit verwendet werden.

Das Stadion Letzigrund ist der grösste Schweizer Stahlbau des Jahres 2007. Das Besondere der Architektur ist ein begehbarer Umgang, der von einem leicht geknickten und geneigten Stahldach auf tanzenden Stützen überdacht wird. Dieser Umgang wird zur Promenade, die sowohl den offenen Stadionraum als auch die Stadt erfahren lässt.

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Das ovale Dach mit einer Fläche von 22’000 m2 besteht aus 32 Vollwandbindern aus geschweissten Blechen, die je von einer Druck- und einer Zugstütze getragen werden und bis zu 34 Metern auskragen. Die tanzenden Stützen aus Cortenstahl sind unten eingespannt und verjüngen sich nach oben.

Die anspruchvolle Berechnung und Ausführung der komplexen Dachform erforderte von allen Beteiligten ein Höchstmass an Kreativität und Präzision, welche zudem unter starkem Kosten- und Termindruck geleistet wurden. Das Stadion zeugt von einer poetischen, als städtischer Raum erfahrbaren Sportarchitektur und von der Effizienz und Professionalität der Ausführung.

Ein Gemeinschaftsprojekt von SZS und

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