Prix Acier | Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier 2007

Das Stahlbau Zentrum Schweiz hat zum zweiten Mal den Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier ausgeschrieben. Er wird alle zwei Jahre für herausragende Bauwerke verliehen, bei denen der Baustoff Stahl als architektonisches Ausdrucksmittel eingesetzt wurde. Ziel ist die Förderung der Schweizer Stahlbaukompetenz und die Sensibilisierung für das technische Potenzial und die architektonische Ausdrucksstärke des Stahlbaus.

Fachjury

Unter Beurteilung der ausgewiesenen Fachjury wurden insgesamt vier Projekte mit dem Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier 2007 ausgezeichnet. Die Reihenfolge der Projekte stellt keine Bewertung dar. Zudem vergab die Jury vier Anerkennungen.

Peter Berger

Dipl. Arch. ETH, Theo Hotz AG, Zürich; Prof. an der BFH

Stefan Camenzind

Dipl. Arch. HTL SIA, Camenzind Evolution

 

Evelyn C. Frisch

Dipl. Arch. ETH, ehm. Direktorin Stahlbau Zentrum Schweiz

Christoph Gemperle

Dipl. Ing. ETH, Huber + Gemperle, Wil; Prof. an der  ZHAW, Winterthur

Beat Jordi

Dipl. Arch. ETH BSA SIA, ADP Architekten, Zürich

 

 

Tivadar Puskas

Dipl. Ing. ETH, WWG Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel

Photogalerie Preisverleihung Prix Acier 2007

Photos: Heidi Arens

Gewinner

Stadion Letzigrund, Zürich

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Totalunternehmer:       Implenia Generalunternehmung AG, Dietlikon
Architekten:       Bétrix & Consolascio mit Eric Maier, Erlenbach Frei & Ehrensperger, Zürich
Ingenieure:       Walt + Galmarini, Zürich
Stahlbau:       ARGE Baltensperger AG, Höri und H. Wetter AG, Stetten
Fertigstellung:       2007
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: EWA, swissprofessionals) für die Pressearbeit verwendet werden.

Das Stadion Letzigrund ist der grösste Schweizer Stahlbau des Jahres 2007. Das Besondere der Architektur ist ein begehbarer Umgang, der von einem leicht geknickten und geneigten Stahldach auf tanzenden Stützen überdacht wird. Dieser Umgang wird zur Promenade, die sowohl den offenen Stadionraum als auch die Stadt erfahren lässt.

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Das ovale Dach mit einer Fläche von 22’000 m2 besteht aus 32 Vollwandbindern aus geschweissten Blechen, die je von einer Druck- und einer Zugstütze getragen werden und bis zu 34 Metern auskragen. Die tanzenden Stützen aus Cortenstahl sind unten eingespannt und verjüngen sich nach oben.

Die anspruchvolle Berechnung und Ausführung der komplexen Dachform erforderte von allen Beteiligten ein Höchstmass an Kreativität und Präzision, welche zudem unter starkem Kosten- und Termindruck geleistet wurden. Das Stadion zeugt von einer poetischen, als städtischer Raum erfahrbaren Sportarchitektur und von der Effizienz und Professionalität der Ausführung.

Limmatsteg, Baden/Ennetbaden

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Baden, Planung und Bau und Gemeinde Ennetbaden, Bauverwaltung
Architekten:       Leuppi & Schafroth Architekten, Zürich
Ingenieure:       Henauer Gugler, Zürich
Stahlbau:       Zwahlen & Mayr SA, Aigle
Fertigstellung:       2007
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Leuppi & Schafroth) für die Pressearbeit verwendet werden.

Wo früher noch eine Seilfähre die beiden Gemeinden Baden und Ennetbaden verband wurde nun ein Brückenschlag errichtet, der zudem mit einer vertikalen Verbindung ins städtische Zentrum von Baden führt. Eine liegende und eine stehende Raumskulptur aus Stahlfachwerk bilden ein starkes aber einfaches architektonisches Konzept,

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das Leichtigkeit und räumliche Präsenz markiert und sich sowohl in die wilde Flusslandschaft als auch als Ankerpunkt in den urbanen Stadtraum stimmungsvoll einfügt. Von der Jury gewürdigt wurden insbesondere die Angemessenheit des Eingriffs, die Wahl des Tragsystems und der Materialisierung für die ehemalige Industriestadt Baden sowie die sorgfältige und detailgenaue Ausformulierung der architektonischen und strukturellen Idee. Die Vorfertigung im Werk und die spektakuläre Montage am Stück zeigen die Qualitäten des klassischen Stahlbaus auf, die jedoch zu einer eigenständigen, bewegenden Interpretation des Ortes und seiner Erschliessung geführt haben.

Busterminal Twerenbold, Baden

Projektpartner

Bauherrschaft:       Twerenbold Service AG, Baden
Architekten:       Kaschka Knapkiewicz + Axel Fickert, Zürich
Ingenieure:       Dr. Lüchinger & Meyer Bauingenieure, Zürich
Stahlbau:       H. Wetter AG, Stetten
Fertigstellung:       2006
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Verkehrsbauten wecken im Idealfall die Reiselust und eröffnen neue Horizonte, vor allem wenn es ums Warten geht. Der Busreiseveranstalter Twerenbold hat diese Devise räumlich umsetzen lassen.

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Im Busterminal in Baden spannt sich ein neues, lichtes Zeltdach über die Reisenden und bespielt sie mit orientalischen Mustern und Landkarten ferner Länder. Die weit gespannte und filigran unterspannte Faltwerkkonstruktion bildet ein Gerippe aus Stahlblechträgern und Pfetten, das beidseitig mit bunten lichtdurchlässigen Materialien eingedeckt ist.

Bis zu 3 Meter hoch sind die geschweissten Stahlträger, was der Konstruktion eine Zeichenhaftigkeit und Materialität jenseits der statischen Notwendigkeit gibt. Die Materialisierung und Dimension erinnert an den Schiff- und Fahrzeugbau, die hier als Hommage an die Emotionen des Reisens als schwebende Raum- oder Traumskulptur in Stahl manifestiert wurde. Die Jury würdigt die virtuose Interpretation der Funktion und die spannende, materialbezogene Umsetzung.

Hugo Boss Competence Center, Coldrerio

Projektpartner

Bauherrschaft:       Hugo Boss Industries Switzerland, Coldrerio
Architekten:       Matteo Thun, Mailand
Ingenieure:       Merz Kaufmann Partner, Altenrhein
Stahlbau:       Biedenkapp Stahlbau GmbH, Wangen im Allgäu
Fertigstellung:       2006
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Hugo Boss ist eine international bekannte Marke, die für zeitlose Qualität und Präzision steht. Mitten im Grün eines Tessiner Seitentals liegt das neue Kompetenzzentrum des Konzerns.

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Der Bau für Verwaltung und Entwicklung ist ein Hybridbauwerk aus Stahl und Holz, ummantelt mit einem rautenförmigen Holzkorbgeflecht, das den Bezug zum Textilen evoziert und gleichzeitig Witterungs- und Sonnenschutz bietet. Die Typologie zeigt einen einfachen, rechteckigen Grundriss mit innen liegendem Lichthof.

Auf Wunsch der Bauherrschaft wurde eine Tragstruktur aus Stahl gewählt, was Spannweiten von 14 Metern erlaubt. Das tragende Stahlskelett ist mit Brettstapeldecken aus Lärchenholz ausgefacht, darüber wurde ein aussteifender Ortbetonbelag gelegt.

Die Jury würdigt die innovative Kombination von Stahl und Holz in einem wirtschaftlichen und prestigeträchtigen Verwaltungsbau, der die Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Leichtbauweise für mehrgeschossige Bauten verdeutlicht.

Anerkennungen

Markthalle Kirchplatz, Dietikon

Projektpartner

Bauherrschaft:       Stadt Dietikon, Tiefbauabteilung
Architekten:       Prof. Ueli Zbinden, Zürich
Ingenieure:       Funk + Partner AG, Urdorf
Stahlbau:       Tuchschmid AG, Frauenfeld
Fertigstellung:       2006
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Die Markthalle ist das Hauptelement einer einheitlichen Platzmöblierung im Zentrum von Dietikon. Der Kirchplatz erhält dadurch eine Identität und städtebauliche Markierung als traditioneller Begegnungsort für die Bevölkerung.

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Die Markthalle als Herzstück ist eine stützenfreie Stahlkonstruktion aus Primär- und Sekundärelementen, welche mit halbtransparenten Glaselementen eingedeckt ist. Gewürdigt wurde die klassisch anmutende Klarheit der Form und die Präzision der Stahlkonstruktion von hoher Detailqualität, insbesondere bei den Verbindungen und Fusspunkten.

Das Bauwerk zeugt von einer kohärenten Konstruktions- und Materialwahl für eine klassische Bauaufgabe, bei der durch die sorgfältige Planung und Umsetzung der konstruktiven Details ein Bild von zurückhaltender Eleganz und hoher architektonischer Qualität erreicht wurde.

Bushof Meilen

Projektpartner

Bauherrschaft:       Gemeinde Meilen
Architekten:       ARGE Margreth Blumer und Oliver Schwarz, Zürich
Ingenieure:       APT Ingenieure AG, Zürich
Stahlbau:       Mauchle Metallbau AG, Sursee
Fertigstellung:       2005
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Der Bushof Meilen steht parallel zu den Perrondächern des Bahnhofs und schafft durch seine Zeichenhaftigkeit einen neuen Identitätspunkt für den Nahverkehr. Die Stahlkonstruktion besteht aus geschweissten Kastenelementen,

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welche zu einer nahtlosen Grossform mit räumlicher Präsenz gefügt wurden. Die Jury würdigt die kubische Komposition der Elemente und die ungewöhnliche Verarbeitung von Stahlblech zu einem körperhaften Volumen, welches durch die filigrane Ausformulierung der Dachflügel mit halbtransparenter Membran wieder an Leichtigkeit gewinnt.

Vordach Gemeindeverwaltungszentrum, Affoltern am Albis

Projektpartner

Bauherrschaft:       Gemeinde Affoltern am Albis
Architekten:       Müller Sigrist Architekten AG, Zürich
Ingenieure:       Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Stahlbau:       Josef Meyer Stahl & Metall AG, Emmen
Fertigstellung:       2006
Copyright „huberlendorff fotografie“, Fabrikstrasse 12, 8004 Zürich

Obwohl das Gebäude in klassischer Massivbauweise errichtet wurde, trägt das grosse Vordach in Stahl wesentlich zum Gesamteindruck des Bauwerks und seiner städtebaulichen Einbindung bei.

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Der lichte Farbraum unter dem Dach ist gleichzeitig Platzraum, Empfangshalle und Foyer zum Kasino-Saal. Gewürdigt wird das raffinierte Zusammenspiel aus Stahl und farbigen Glaselementen, welches für eine heitere und doch zurückhaltend formelle Stimmung sorgt.

Die aus Flachstahl geschweisste, weit gespannte Kassettendecke nimmt formal Bezug zur Fassadengestaltung des Hauptgebäudes, unterstreicht jedoch ihre Eigenständigkeit durch eine kraftvolle, räumliche Materialpräsenz und eine pragmatische und sorgfältige Ausführung der Konstruktionsdetails.

Aussichtsplattform Conn, Flims

Projektpartner

Bauherrschaft:       Gemeinde Flims
Architekten:       Corinna C. Menn, Chur
Ingenieure:       Bänziger Partner AG, Chur
Stahlbau:       Toscano Stahlbau AG, Sils i.D.
Fertigstellung:       2006
Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Franz Rindlisbacher) für die Pressearbeit verwendet werden.

Die Aussichtsplattform überzeugt durch die spektakuläre aber unaufdringliche Formalisierung einer „Kanzel“, die mit minimalen statischen Mitteln und adäquater Materialisierung realisiert wurde.

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Die Plattform spannt sich wie ein Segel über dem Abgrund und wird lediglich durch zwei Pylone und sechs Spannkabel stabilisiert. Die Konstruktion ist einfach, funktional und ansprechend. Die Verbindung von Stahl und Holz sowie die für den Ort adäquate Fertigung und Montage verweisen auf eine dauerhafte und rücksichtsvolle Integration des Bauwerks in die alpine Naturlandschaft.

Wanderausstellung Prix Acier 2005 / 2007

Die Ausstellung präsentierte die insgesamt 13 preisgekrönten und anerkannten Projekte des Prix Acier 2005 und 2007 in einer spannenden räumlichen Inszenierung.

Auf 12 grossen, volumenhaltigen Stelen aus unbehandeltem Stahlblech wurden die Projekte dokumentiert. Ein auf dem Boden liegender Gitterrost, ebenfalls aus unbehandeltem Stahl, fasst die einzelnen Stelen räumlich zu einem Ganzen und war bei der Besichtigung physisch erfahrbar. Detaillierte Pläne und Erklärungen veranschaulichten die konstruktiven und ästhetischen Aspekte der Bauwerke sowie die Stahlbaukompetenz der beteiligten Firmen. Grossformatige Ausschnitte der einzelnen Objekte dienten als Blickfang für die Besucher und rückten das Material Stahl ins Zentrum.

Eine in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich, Departement für Architektur konzipierte und gebaute Wanderausstellung des Stahlbau Zentrums Schweiz

Fotos: Heidi Arens

European Steel Design Award

Alle zwei Jahre verleiht die Europäische Konvention für Stahlbau EKS die Steel Design Awards. Diese Auszeichnung wird pro Land für ein herausragendes Beispiel in Architektur oder Ingenieurbau verliehen. Im Vordergrund stehen der kreative und wirtschaftliche Umgang mit dem Material Stahl, technische Innovation und konstruktive Virtuosität. Die Schweiz nominiert jeweils ein Projekt.

 

Preisträger 2007: Zentrum Paul Klee, Bern

Projektpartner

Bauherrschaft:       Maurice E. and Martha Müller Foundation
Architekten:       Renzo Piano Building Workshop, Paris – Genua in Zusammenarbeit mit ARB Arbeitsgruppe Bern
Ingenieure:       Ove Arup & Partners Ltd, London B+S Ingenieur AG, Bern
Stahlbau:       Zwahlen & Mayr SA, Aigle
Fertigstellung:       2005
Das Copyright dieser Fotos liegt beim Fotografen, nicht beim SZS. Wenn Sie dieses Bild verwenden möchten, wenden Sie sich bitte direkt an den Fotografen: Hans Ege Luzern, Telefon +41 41 390 26 44, http://www.artege.ch/

Das Zentrum Paul Klee in Bern ist eine virtuose Geste – eine Hommage an die poetische Leichtigkeit der Gemälde von Paul Klee, aber auch an die Hügelketten der Berner Voralpen. Die Landschaft weiterbauen –

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das war die Idee des Architekten Renzo Piano, der das Gebäude wie aus der Wiese aufsteigen lässt. Für die dreifache Welle benötigte man 1’200 Tonnen Stahl und 40 km handgeschweisste Nähte: eine ausserordentliche Leistung des handwerklichen Stahlbaus.

Die komplexe, aber gleichzeitig klar ablesbare Formensprache findet ihre Entsprechung in der Konstruktion, die auf exemplarische Weise das Potenzial des Stahlbaus für individuelle und komplexe Tragwerke mit grossen Spannweiten aufzeigt. Unter den gewaltigen Gewölben öffnet sich der Raum für die aktive Kunstbetrachtung.

Ein Gemeinschaftsprojekt von SZS und

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