Anerkennungen 2014

Schauhaus Botanischer Garten, Grüningen

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Anstelle zweier alter und stark sanierungsbedürftiger Gewächshäuser wurde 2012 ein modernes Schauhaus realisiert. Die Stahl-Glas-Konstruktion fügt sich harmonisch in den Garten ein und beherbergt im ganzjährig warmen Klima eine reiche Palette an Pflanzen.

Die vielen Grossgehölze im botanischen Garten waren die Inspirationsquelle für die Verbindung von vier "Stahlbäumen" zu der Tragstruktur des Gewächshauses. Diese Stahlbäume sind aus Flachstahllamellen zusammengefügt, welche aufgefächert den Stamm als Stütze bilden. Die Einzellamellen kreieren, wie Äste weit auskragend, ein Baumdach, auf welchem die Dachverglasungen aufliegen und die vertikalen Verglasungen anschliessen.

Das Schauhaus besticht durch seine Poesie, in welcher funktionelle, gestalterische wie auch konstruktive Anforderungen auf eine beeindruckend einfache und doch gestalterisch äusserts überzeugende Art und Weise in Einklang gebracht wurden. Als Metapher des Gewachsenen bietet die Stahlstruktur den Gewächsen Raum und Schutz zugleich - eine überzeugende Symbiose.

Projektpartner  
   
Bauherrschaft: Zürcher Kantonalbank, Zürich
Architekten: BBP Architekten Bührer Brandenberger & Partner AG, Wetzikon
  idA Buehrer Wuest Architekten SIA AG, Zürich
Ingenieure:  Tuchschmid AG, Frauenfeld
Stahlbau: Tuchschmid AG; Frauenfeld
Fertigstellung: 2012


Swiss Tech Convention Center, Ecublens

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In den letzten Jahrzehnten erfuhr der neue Campus der Eidgenössischen Technischen Hochschule von Lausanne in Ecublens mehrere richtungsweisende bauliche Erweiterungen. Vier Jahre nach dem auch international für Furore sorgenden Rolex Learning Center wurde das Swiss Tech Convention Center anfangs 2014 eröffnet, ein einzigartiger Veranstaltungsort für Kongresse, Seminare und andere Grossanlässe. Wichtiges Merkmal dieses multifunktionalen Komplexes ist seine beachtliche Wandelbarkeit: In wenigen Minuten lässt sich das 3'000 Sitzplätze fassende Auditorium in einen Bankettsaal umbauen. Dies wird durch ein System möglich, mit welchem die Sitzränge auf Knopfdruck versenkt werden können. Das Untergeschoss kann in kleinere Räume unterteilt oder als Grossraum genutzt werden.

Das in seiner Form als Tor zur Hochschulstadt wahrgenommene Gebäude ist als klassischer Stahlbau konzipiert. Kein anderes Material kann derart grosse Spannweiten mit filigraner Konstruktion und verhältnismässig moderatem Materialaufwand überbrücken. Die expressiv geknickte, stahlgraue, in rautenförmige Aluminiumplatten gehüllte und von vier Hauptstützen getragene Dachschale bestimmt die Silhouette des Gebäudes.

Sowohl technisch wie auch gestalterisch setzen die in die Glasfassade eingepassten farbigen Solarpaneele einen wichtigen gestalterischen Akzent. Sie vermitteln zwischen Aussen und Innen, tauchen den Innenraum in ein geheimnisvolles, fast sakrales farbiges Licht und produzieren fast nebenbei noch einen erheblichen Anteil der im Gebäude benötigten Energie.

Das Gesamtkonzept ist technisch innovativ, ökologisch fortschrittlich und sowohl funktional als auch formal einprägsam und überzeugend. Die schlüssige Materialwahl, die konsistente und ausgereifte konstruktive Umsetzung und die spannungsreiche Ausgestaltung der Innenräume führen zu einem architektonisch bestechenden Gesamtwerk, das im Hochschul-Campus von Lausanne einen wichtigen städtebaulichen Akzent setzt.

Projektpartner  
   
Bauherrschaft: MEG Ecublens CCR
Architekten: Richter . Dahl Rocha & Associés architectes SA, Lausanne
Ingenieure:  Ingeni SA, Lausanne
Stahlbau: Hevron SA, Courtételle
  Zwahlen & Mayr, Aigle
Fertigstellung: 2014


Panoramabrücke Sigriswil, Sigriswil

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Die Hängebrücke in Sigriswil, am nördlichen Seeufer des Thunersees gelegen, überspannt auf einer Länge von 340 Metern und in einer Höhe von 180 Metern den Guntenbachgraben. Die neue Panoramabrücke verbindet nicht nur die beiden Gemeinden Sigriswil und Aeschelen miteinander, sondern tritt weit sichtbar und landschaftsprägend in Erscheinung.

Die Kraft des Projekts liegt in der Leichtigkeit und zeigt, wie eine grosse Brückenspannweite mit wenigen, präzisen konstruktiven Mitteln sehr ökonomisch erreicht werden kann. Im Spannungsfeld von statischer Notwendigkeit und dem Wunsch nach einem Gefühl von Sicherheit und Stabilität arbeitet die Konstruktion mit minimalsten Mitteln. Zwei gegen die Brückenmitte geneigte V-förmige Pylone ermöglichen eine Fundation dieser Haupttragelemente mit nur einem Fundament in Nähe der Hangkanten. Die Gehwegkonstruktion wird mit Hängern in V-Form an die beiden Tragseile gehängt. Die Hänger formen zusammen mit dem Gehweg und dem Tragseil je ein aussteifendes Fachwerk. Mit dem Trogquerschnitt des Trägers, der aus gelochten und abgekanteten Stahlblechen zussammengefügt ist, wird die klassische Hängebrücke neu interpretiert.

Diese konsequente Umsetzung einer Ingenieurlösung veranschaulicht beispielhaft die gelungene Auseinandersetzung mit Aufgabenstellung und Materialeinsatz. Ein filigranes, spinnwebenartiges Objekt mit spektakulärer Aussicht ist das Ergebnis von Mut zu weniger, zu Reduktion und Einfachheit.

Projektpartner  
   
Bauherrschaft: Verein Panorama Rundweg Thunersee, Thun
Architekten: Berner Fachhochschule BFH AHB, Burgdorf
Ingenieure:  Theiler Ingenieure AG, Thun
Stahlbau: Seiler AG, Bönigen
Fertigstellung: 2012


Haus Müller, Zürich

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Architektonisch bilden Struktur und Raum eine unzertrennliche Einheit. Das auf das Minimum reduzierte Tragwerk mit den aussenliegenden Stahlscheiben hält die Grundrisse von jeglichen Innenstützen frei. Im Zusammenspiel mit der rundum verglaste Fassade wird eine hohe Raumqualität und Nutzungsflexibilität erreicht.

Sechs innenliegende, sichtbare Stahlträger und sechs aussenliegende Stahlscheiben bilden das primäre Tragwerk des mehrgeschossigen Hauses. Die Stahlscheiben tragen zum einen die gravitationsbedingten Einwirkungen des Gebäudes ab, zum anderen nehmen sie die Horizontalkräfte auf. Zwischen je einem Scheibenpaar sind die Treppen-, Lift- und Kaminanlage integriert. Die innenliegenden, sichtbaren Stahlträger dienen als Auflager für die Ortbetondecken. Die Träger, welche die Gebäudehülle durchdringen, sind über durchkonstruierte, kraftschlüssige Verbindungen thermisch getrennt. An der thermischen Deckentrennung bei den Balkonen sind die Stahlträger verdoppelt. Die inneren Träger kommen ohne Brandschutzanstrich aus, die aussenliegenden Stahlelemente sind mit einem Anstrich entsprechend der Brandschutzklasse R30 versehen.

Die Jury würdigt mit einer Anerkennung des Prix Acier den gekonnten Einsatz von Stahl im Geschossbau. Die Haupttragstruktur aus Stahl bleibt sichtbar und besticht durch Reduktion und präzise, sorgfältige Detaillierung. Die Anforderungen an Brandschutz und Bauphysik sind innovativ gelöst.

Projektpartner  
   
Bauherrschaft: Richard und Christine Müller, Zürich
Architekten: Christian Kerez Zürich AG
Ingenieure:  Dr. Schwartz Consulting AG, Zug
Stahlbau: Schneider Stahlbau AG, Jona
  Stahl- und Traumfabrik AG, Zürich
Fertigstellung: 2014


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