Prix Acier 2011 Auszeichnungen
Langensandbrücke, Luzern
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Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Fotos: Yves André) für die Pressearbeit im Zusammenhang mit dem Prix Acier verwendet werden. |
Die Langensandbrücke in Luzern überquert die Gleise des Hauptbahnhofes und verbindet das Stadtzentrum mit dem Stadtteil Tribschen in einem dichten Verkehrsknotenpunkt. Sie ersetzt eine in die Jahre gekommene Betonbrücke von 1938, welche den wachsenden Anforderungen des Strassen- und Schienenverkehrs nicht mehr gerecht wurde. Täglich verkehren auf der Brücke über 20‘000 Autos und 1‘150 Busse, zudem fahren täglich 1‘200 Züge unter der Brück durch, weshalb auch die Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Bauzeit eine technische Herausforderung darstellte.
Die neue Brücke überspannt das 80 Meter breite Gleisfeld stützenlos mit einem eleganten, leicht gebogenen Balken. Das Tragwerk besteht aus zwei Stahlhohlkästen mit in Verbund wirkender Betonfahrbahnplatte. Seitlich an die Kastenträger angeschweisst, in der Höhe deutlich von der Fahrbahn abgesetzt, verlaufen die Rad-Gehwege wie schützende Flügel in einem flachen Bogen mit den Hauptträgern über die Gleise.
Die Verbundbrücke mit einer beeindruckenden Schlankheit von 1:35, die Fundation mit schwimmend gelagerten Bohrpfählen in setzungsempfindlichen Baugrund, der Längseinschub der Brücke über dauernd in Betrieb bleibenden Gleisen, sowie die kurze Bauzeit unter Aufrechterhaltung des Verkehrs stellten an gesamte Projektteam hohe Anforderungen. Der Bau der Brücke erfolgt in zwei Etappen, wobei jeweils eine Brückenhälfte erstellt und im Taktschiebeverfahren an ihren Bestimmungsort geführt wurde.
Das Projekt überzeugt durch ein klares und komplex durchdachtes Tragwerkskonzept, eine schlichte und dennoch elegante gestalterische Durchbildung und durch die angemessen prägnante städtebauliche Integration. Es steht exemplarisch für das bisher wenig genutzte Potenzial von Stahlbalkenbrücken, die mit Leichtigkeit die hochkomplexen Anforderungen der heutigen Mobilität erfüllen.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Stadt Luzern/Tiefbauamt und SBB AG |
| Architekten: | Brauen & Wälchli Sàrl, Lausanne |
| Ingenieure: | INGENI SA (ehem. Guscetti & Tournier SA), Carouge |
| Bauleitung: | PMP Plüss & Meyer Partner, Luzern |
| Stahlbau: | Zwahlen & Mayr SA, Aigle |
| Totalunternehmer: | Brun AG, Emmenbrücke |
| Fertigstellung: | 2010 |
Schutzdach Abbaye de Saint-Maurice
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Die Abtei von Saint-Maurice entstand vermutlich bereits im 4. Jahrhundert am Fusse eines steilen Felshanges, der dem Bauwerk ursprünglich hätte Schutz bieten sollen. Ein Schutz, der sich später als Gefahr herausstellen sollte - denn herunterfallende Steine und Wasser haben immer wieder Schäden verursacht: 1611 hat ein Steinschlag beispielsweise zum Entscheid geführt, die Abtei zu verschieben, und 1942 hat ein Felssturz den Kirchturm sowie einen Teil des Schiffs zerstört. Erst kürzlich haben Ausgrabungen am Fuss des Felsens wichtige Zeitzeugen zu Tage gebracht. Die Grundmauern der Kirchen aus dem 4. und 11. sind perfekt erkennbar, sodass man sich entschied, diese Funde der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Ort mit einem Schutzdach zu versehen.
Ein leichtes, halbtransparentes Dach macht auf subtile Weise den Genius loci und die Geschichte des Ortes sichtbar: 170 Tonnen Steine scheinen wie ein Himmelszelt über dem bisher gefährdeten Zwischenraum zu schweben und illustrieren die permanente Gefahr, welcher der Ort ausgesetzt ist. Dem geschützten Raum verleiht die Überdachung eine ruhige, fast besinnliche Stimmung. Die halbtransparente Eindeckung filtert das Licht und erzeugt eine diffuse, gleichmässige Beleuchtung. Gleichzeitig schafft es den Dialog zwischen der schroffen Felswand und der historischen Steinfassade der Abtei.
Mit raffiniert einfachen und klaren Mitteln wurde hier ein Schutztragwerk gegen Steinschlag entwickelt, das den Ort in seiner sinnlichen Wahrnehmung und historischen Bedeutung aufwertet. Die Überdachung ist der anspruchsvollen Aufgaben sowohl technisch-konstruktiv wie in seiner architektonischen Ausformulierung in höchstem Masse gerecht geworden. Es zeugt von einem materialbewussten und schöpferischen Umgang mit dem Baustoff und von der Freude, mit einem kleinen Eingriff eine ergreifend angemessene und damit grossartige Wirkung zu erzielen.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Abbaye de St-Maurice, St-Maurice |
| Architekten: | savioz fabrizzi architectes, Sion |
| Ingenieure: | Alpatec SA, Martigny |
| Stahlbau: | Zwahlen & Mayr SA, Aigle |
| Fertigstellung: | 2010 |
Actelion Business Center, Allschwil
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Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Fotos: Actelion Pharmaceutics Ltd.) für die Pressearbeit im Zusammenhang mit dem Prix Acier verwendet werden. |
Das neue Dienstleistungsgebäude des Pharmaunternehmens Actelion verkörpert mit seinem spektakulären architektonischen Ansatz das Bedürfnis nach Selbstdarstellung eines internationalen Konzerns, setzt sich aber auch mit der Frage auseinander, wie ein offenes Baugrundstück in einer periferen, grün-urbanen Umgebung räumlich markant besetzt werden kann.
Das Gebäude besteht aus gestapelten, vom Konstruktionsprinzip her unabhängigen Körpern, die dem Arealgeviert präzise und gleichzeitig zwanglos eingeschrieben sind. Durch die Überlagerung der geschossweise unterschiedlich disponierten Raumkörper ergibt sich im Innern und an seiner Peripherie ein grosse Vielfalt gestalteter Negativräume, wobei sich das Gesamtvolumen zur Strasse hin zu einer urbanen Blockform verdichtet. Die im Grundsatz einfache Tragstruktur aus Fachwerk- und Vierendeelträgern wird zu einem im Detail komplexen aber insgesamt robusten statischen Prinzip. Durch die verschobene Stapelung werden Auflagerbereiche durch die Fachwerkwirkung an anderen Orten abgefangen. Durch die Diagonalstellung der Fachwerkstäbe werden auch horizontale Lasten ohne die Einführung aussteifender Kerne abgetragen. Das äusserst strapazierte Verhältnis von Nutzfläche zu Gebäudehülle lässt zwar vermuten, dass die Energieeffizienz des Gebäudes wohl kaum einen exemplarischen Standard erreichen wird, doch spricht für die Nachhaltigkeit des Gebäudes auch die Vielfalt und Flexibilität des Raumangebotes.
Das elementare, im Grunde einfache Prinzip der Stapelung von Raumkörpern wird zu einer vielfältigen, vielschichtigen und funktional differenzierten Raumstruktur. Die teilweise gewagten Auskragungen und Spannweiten werden durch die Wahl von Stahl als Konstruktionsmaterial nicht nur technisch, sondern auch architektonisch souverän bewältigt. So spektakulär das Gebäude auf fotografischen Darstellungen aussehen mag, so atemberaubend der strukturelle Ansatz auf den ersten Blick wirken mag, so ausgewogen und ruhig, beinahe bescheiden wirkt das Gebäude in der realen Wahrnehmung vor Ort. Es steht als eine weitere Ikone des Stahlbaus für die Faszination eines Realität gewordenen Entwurfsgedankens und für die Kühnheit, die man sich im Stahlbau erlauben darf.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Actelion Pharmaceuticals Ltd., Allschwil |
| Architekten: | ARGE Herzog & de Meuron AG / Proplaning AG, Basel |
| Ingenieure: | WGG Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel |
| Stahlbau: | Winterhalter Stahlbau GmbH, Freiburg im Breisgau (D) |
| Fertigstellung: | 2010 |














