Prix Acier 2011 - Anerkennungen
- Sporthalle Esplanade, Biel
- Museum der Kulturen, Basel
- Showroom Mercedes-Benz Kestenholz, Basel
- Rolex Learning Center, ETH Lausanne
- Schulgebäude BASPO, Magglingen
- Auditorium Weichenbauhalle, Bern
- Gleisbogenbrücke, Zürich
- Passerelle Pratocarasso – Galbisio, Bellinzona
Sporthalle Esplanade, Biel
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Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Fotos: Yves André) für die Pressearbeit im Zusammenhang mit dem Prix Acier verwendet werden. |
Auf einem denkmalgeschützten Areal mit Werkhofcharakter steht als städtebaulicher Schwerpunkt die Sporthalle „Esplanade“. Eine weitgespannte Stahlkonstruktion überdacht den Hallenraum und bringt viel Licht und Leichtigkeit ins Innere.
Das Grossvolumen mit einer Dreifachturnhalle übernimmt in seiner Formen- und Detailsprache Themen der industriell geprägten Umgebung auf und entwickelt diese weiter zu einem eigenständigen Gebäude mit starker Signalwirkung. Ein einprägsames Dachvolumen aus einer mit Aluminiumblech eingedeckten Sheddachkonstruktion schiebt sich dabei über einen massiven Sockel, überkragt diesen auf der Eingansseite und bildet damit einen grosszügigen überdachten Eingangsbereich mit Kaskadentreppe.
Der schwere Unterbau hebt sich durch ein schmales Fensterband optisch von der Dachhülle ab. Auf diesem Betonsockel ruht die markante Stahlkonstruktion welche als Tageslicht spendende Haube die ganze Gebäudetiefe überspannt. Für eine gleichmässige und blendfreie Belichtung der Sporthalle sorgen insgesamt neun Shed-Fenster-Bänder. Das unverkleidete Stahltragwerk des Sheddaches prägt den Innenraum. Fachwerkträger aus Stahl überspannen die Halle in Querrichtung. Die etwa 35 Meter langen Träger lagern auf einer Seite auf den Fassadenstützen und gegenüber auf den Betonscheiben entlang der Tribünenrückwand auf. Lüftungskanäle und Beleuchtungsbänder wurden dabei sorgfältig in das Tragwerk, respektive in die Trapezbleche integriert. Die Sporthalle erfüllt den Mindergie-Standard.
Der Boden des Foyerbereichs im Obergeschoss ist abgehängt und kragt nahezu acht Meter aus. Er besteht aus einer Stahlbetonverbunddecke mit Holoribblech und ermöglicht den stützenfreien Betrieb der darunter liegenden Feuerwehrnutzung.
Das Bauwerk zeichnet sich durch eine klare Formensprache und eine schnörkellose Direktheit im konstruktiven Detail aus. Seine pragmatische städtebauliche Haltung und eine entsprechende formelle Ausprägung werden in Anlehnung an den Industriebau in diesem Kontext verständlich. Das Projekt verdient deshalb eine Anerkennung.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Stadt Biel, Hochbauamt |
| Architekten: | GXM Architekten, Zürich |
| Ingenieure: | Dr. Deuring + Oeninger AG, Winterthur |
| Stahlbau: | Jakem AG, Münchwilen |
| Fertigstellung: | 2009 |
Museum der Kulturen, Basel
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Das Museum der Kulturen in Basel ist das älteste völkerkundliche Museum Europas und das grösste der Schweiz. Bereits 1849 zeigte es die Altamerika-Bestände des Basler Geschäftsmannes Lukas Vischer und wurde seither durch Schenkungen zu einer der bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen Europas. Bereits 1917 erbauten die Architekten Vischer & Söhne eine hofseitige Erweiterung, darauf folgten mehrere bauliche Ergänzungen. Mit dem umfassenden Umbau durch die Architekten Herzog & de Meuron wurde das Museum nun grundlegend erneuert und räumlich neu ausgerichtet. Auffälligstes Element ist dabei eine Erweiterung des Daches mit einem grosszügigen, räumlich komplexen Ausstellungsraum – ein gefalteter Aufbau, der sich prägnant in die Landschaft der Basler Altstadtdächer einfügt.
Der Dachkörper kragt über dem Eingangsbereich in den Hof hinaus. Vom Dachhimmel her wächst ein mehrschichtiger, blühender Pflanzenvorhang, der die ganze Fassade umhüllt. Das neue Dach ist unregelmässig gefaltet und mit grünen sechseckigen Ziegeln eingedeckt. Die leichte Konstruktion besteht aus einer gefalteten Fachwerkstruktur, die keinerlei Stützen braucht. Die räumlichen Fachwerke funktionieren mit einer neuen, doppelschichtigen Verbunddecke als statische Einheit. Es wurde sozusagen ein neues Dachgeschoss auf die bestehenden Wände gesetzt.
Sichtbar ist dies für die Besucher nicht – das komplexe räumliche Faltwerk leistet seinen Beitrag diskret unter der Verkleidung. Gerade dadurch zeigt das Projekt aber die Stärke des Stahlbaus für die Verwirklichung komplexer, leichter Geometrien auf, insbesondere auch in einem urbanen Umfeld wo die Leichtigkeit der Struktur und eine emissionsarme Bauweise sinnvolle Vorteile bieten.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Stiftung zur Förderung des Museums der Kulturen, Basel |
| Architekten: | Herzog & de Meuron Architekten, Basel / Proplaning AG, Basel |
| Ingenieure: | ZPF Ingenieure AG, Basel |
| Stahlbau: | Preiswerk + Esser AG Basel, Pratteln |
| Fertigstellung: | 2011 |
Showroom Mercedes-Benz Kestenholz, Basel
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Der St. Jakob-Park ist ein durch die Planung der Architekten Herzog & de Meuron neu gestaltetes Stadtgebiet im Süden von Basel. Nebst dem bekannten Stadion, prägt der markante St. Jakob-Turm das Bild. Terrassen, schiefe Ebenen und Treppenlandschaften verbinden Innen und Aussen zu einem zusammenhängenden, bewegten Raum, der im Hochhaus gipfelt. Der Showroom Mercedes Benz wird als ein urbanes Geländestück gelesen, das sich für eine transparente Nutzung zur Strasse hin öffnet. Decken und Wände wurden aus der Topographie der Plattform heraus entwickelt, so dass sie ein räumliches Faltwerk bilden. Der eigentliche Showroom präsentiert sich dadurch auf einer mehrfach geknickten Rampe, die sich durch den Raum bewegt.
Das Tragwerk folgt der architektonischen Intention. Die gefalteten Decken werden aus Dreiecken und Rhomben gebildet, die an ihren Kanten schiefwinklig aneinandergefügt sind. Zusammen mit einer Verbunddecke entsteht ein stabiles Faltwerk, welches nur an wenigen Punkten gestützt wird. Die Stabilisierung der Dachebene aus insgesamt 10 Dreiecken wird durch die Scheibenwirkung der Bleche und die schubsteife Verbindung der Randträger gewährleistet.
Das Projekt ist für eine gewerbliche Nutzung von aussergewöhnlicher architektonischer Qualität, die sicher im Zusammenhang mit seiner raumbildenden Bedeutung im Gesamtprojekt des St. Jakob-Areals gewertet werden kann. Interessant ist die Anwendung eines Stahltragwerks für eine Formgebung, die in ihrer räumlichen Prägnanz und Gesamtform eher an Beton denken lässt. Die Offenheit der Räume und die grossen Spannweiten zeigen jedoch klar, dass hier nur Stahl tragen kann.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Kestenholz Basel AG / Balintra AG / Genossenschaft St. Jakob-Park, Basel |
| Architekten: | Herzog & de Meuron Architekten AG, Basel |
| Ingenieure: | WGG Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel |
| Stahlbau: | H. Wetter AG, Stetten |
| Fertigstellung: | 2008 |
Rolex Learning Center, ETH Lausanne
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Wie ein fliegender Teppich legt sich das Rolex Learning Center der ETH Lausanne ins Campusgelände am Ufer des Lac Léman. Es ist eine gebaute Landschaft, die auf 20‘000 Quadratmetern einen weitläufigen Raum für den Austausch der Wissenschaften und für inspirierende Lernatmosphäre bietet. Die sanft modulierte, hügelige Fläche besteht aus zwei Schalen, zwischen denen sich der Raum frei ergiesst. Die untere Schale ist eine Stahlbetonkonstruktion, darüber erhebt sich die luftig leichte, auf schlanken Stützen schwebende Stahlkonstruktion. Insgesamt vierzehn Lichthöfe sind in organischer Form in die Schalen geschnitten, so dass für den Innen- und Aussenraum eine vielfältige Szenerie entsteht.
Für die Umsetzung der von japanischen Architekten entworfenen Grossform gab es keine Referenz. Das Tragsystem wurde durch ein interdisziplinäres Team von Ingenieuren und Praktikern neu entwickelt, wobei sowohl bei der Betonschale wie auch bei der leichten Welle in Stahl und Holz neue Wege gesucht wurden. Um die Bewegung der Schalen fliessend nachzuformen, wurden die Primärträger in Stahl nicht gebogen, sondern aus segmentierten Profilträgern zusammengesetzt. Die Sekundärstruktur besteht aus Brettschichtträgern, welche die Krümmung perfekt aufnehmen konnten. Die obere Welle ist also eine Hybridkonstruktion, welche sich den Erfordernissen optimal anpasst. Trotz der grossen Fassadenfläche erfüllt das Gebäude die Anforderungen an das nachhaltige Bauen und den Minergiestandard.
Das Projekt verweist auf die Innovationskraft der Verbundbauweise für eine kunstvolle Architektur, deren Aufwand sich ohne prestigeträchtige Ausstrahlung des Bauwerks wohl kaum rechtfertigen liesse. Die Realisierung dieser komplexen Form zeugt von der grossen Kompetenz der beteiligten Planer- und Ausführungsfirmen und von der Experimentierfreude einer technischen Hochschule, die auch im Bereich des Bauens die Grenzen des Möglichen exploriert.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | EPFL VPPL, Lausanne |
| Architekten: | Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA, Tokyo; Architram, Renens |
| Ingenieure: | Groupement B+G Ingenieure Bollinger & Grohmann, Frankfurt a. M.; Walther Mory Maier Bauingenieure AG, Münchenstein |
| Stahlbau: | Sottas SA, Bulle |
| Holzbau: | Ducret-Orges SA, Orges |
| Generalunternehmung: | Losinger Constructions SA, Lausanne |
| Fertigstellung: | 2010 |
Schulgebäude BASPO, Magglingen
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Das Bundesamt für Sport in Magglingen liegt hoch über dem Bielersee. 1944 gegründet, beherbergt es heute nebst den Verwaltungsräumen auch ein Kurs- und Tageszentrum, vielfältige Sportanlagen, Werkstätten und ein Hotel. Das Hauptgebäude wurde 1970 vom Bieler Architekten Max Schlup erbaut, einer der Protagonisten der Jurasüdfuss Architekten. Es galt in dieser Zeit als überzeugendes Beispiel des modernen Stahlbaus und der Solothurner Schule, die mit dem konstruktiven und seriellen Bauen weit über die Schweiz hinaus Bekanntheit erlangte.
Die Sanierung des Gebäudes umfasst die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen, die Revision der Gebäudetechnik, die Anpassung an bauliche Anforderungen und Energie-Effizienz der Gebäudehülle sowie den sorgfältigen Rückbau zur räumlichen Grosszügigkeit der ursprünglichen Raumkonzeption. So wurden möglichst viele originale Bauteile erhalten und in ihrer ursprünglichen Funktion wieder verwendet. Der Stahlbau befand sich in einem ausgezeichneten Zustand und erfüllte praktisch ohne zusätzlichen Aufwand die Anforderungen an Erdbebensicherheit. Notwendige Eingriffe sind mit einer vom ursprünglichen Bauwerk abgeleiteten Systematik und Architektursprache entwickelt worden. Neue Eingriffe, wie ein Lichthof und Trennwände aus Glas, setzen sich durch eine monochrome Behandlung aller Oberflächen und einer filigraneren Detailausbildung subtil vom Bestand ab.
Die Sanierung dieses Stahlbaus ist ein Beispiel für eine gelungene Gratwanderung zwischen Erhalten und Weiterbauen. Sie würdigt die Qualität einer auch heute noch modernen Architektur, die in den vergangenen Jahrzehnten oft missverstanden wurde. Das Erhalten und Aufwerten vorhandener Bausubstanz ist ein wichtiger Beitrag zu einer ressourcenschonenden Bauweise. Die Anerkennung gilt deshalb sowohl der rücksichtsvollen und fachmännischen Sanierung, als auch den ursprünglichen Verfassern dieses Bauwerks, das in seiner Substanz auch heute noch zu überzeugen vermag.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Bundesamt für Bauten und Logistik, Bern |
| Architekten: | spaceshop Architekten, Biel |
| Ingenieure: | Tschopp Ingenieure, Bern |
| Fassadenplanung: | Sutter + Weidner, Biel |
| Stahlbau: | Casaulta & Klos, Bern; Scheidegger Metallbau AG, Kirchberg |
| Fertigstellung: | 2010 |
Auditorium Weichenbauhalle, Bern
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Die Weichenbauhalle wurde 1914 von der Firma vonRoll erbaut und diente während mehrerer Jahrzehnte der Herstellung von Weichen für Bahngleise. Sie bildet das Zentrum des Industrieareals vonRoll in Bern, das in den kommenden Jahren schrittweise zu einem Campus für Humanwissenschaften transformiert wird. Als Herzstück der Anlage wurde die Weichebauhalle zu einem Hörsaalgebäude mit 7 Sälen und insgesamt 1‘500 Plätzen umfunktioniert. Der Umbau war mit denkmalpflegerischen Auflagen zu realisieren, so dass die ursprüngliche Stahlkonstruktion integral erhalten blieb. In die Halle wurden zwei Hörsaal-Körper nach dem Prinzip „Haus im Haus“ eingebaut, so dass die filigrane Stahlfassade der Halle erhalten blieb und die Zwischenzonen für Foyer und Erschliessung dienen. Das Gebäude erfüllt so den Energiestandard Minergie ECO.
Verschiedene Durchblicke und Raumbeziehungen machen die Dimensionen des ursprünglichen Hallenraumes spürbar. Das historische Fassaden- und Dachtragwerk in Stahl ist äusserst filigran konstruiert, hingegen sind die Stützen im Inneren auf den Transport der Gussgeleise ausgelegt und deutlich massiver ausgebildet, so dass sie statisch auch für die neuen Hörsäle in Holzbauweise gebraucht werden können. Die Dachbinder wurden durch neue Profile verstärkt und im Hörsaal zwei Stützen durch eine Unterspannung des Trägers ersetzt. Sämtliche Verstärkungen wurden geklemmt, sodass ein vollständiger Rückbau denkbar wäre. Die Filigranität der bestehenden Konstruktion prägt auch heute das Gesamtbild.
Gewürdigt wird der sorgfältige Umgang mit dem bestehenden Stahltragwerk des Gebäudes und seine Aufwertung als gestalterisches Raumelement. Das Projekt zeigt, dass ein Stahlbau im Laufe der Zeit diverse Nutzungen zulässt und auch für hohe Raumansprüche nichts von seiner praktischen und ästhetischen Qualität einbüsst. Der Umbau verdient deshalb eine Anerkennung des Schweizer Stahlbaupreises.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, Amt für Grundstücke und Gebäude, Bern |
| Architekten: | Giuliani.Hönger Architekten ETH BSA SIA, Zürich |
| Ingenieure: | Dr. Schwartz Consulting AG, Zug |
| Stahlbau: | Paul Gysin Stahl- und Apparatebau AG, Böckten; Preiswerk + Esser AG, Pratteln |
| Fertigstellung: | 2010 |
Gleisbogenbrücke, Zürich West
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Das Stadtgebiet von Zürich-West mausert sich vom Industriequartier zur urbanen City mit markanten Gebäuden wie dem Prime-Tower und dem Mobimo-Hochhaus. In der Horizontalen prägt nun eine sanfte Bogenbrücke das Strassen- und Stadtbild. Die Fussgänger- und Velo-Passerelle mit ihrer schwungvollen Fahrbahn bildet eine Torsituation zur Stadt hin und wird so zur einem erfahrbaren städtebaulichen Markstein an einem schwer befahrenen Verkehrsknotenpunkt.
Die Brücke ist Teil eines grünen Weges entlang dem ehemaligen Bahngleis, der als Erholungsraum für das neue Wohnquartier Pfingstweid in einem grosszügigen Bogen bis zum Bahnhof führt. Die Farbe Rot zieht den Faden – sie ist auf der Innenseite der Rampen- und Brückenbrüstung, auf der Unterseite der Brücke und als Belag für die anschliessenden Wege sichtbar. Die Passerelle besteht aus zwei aufsteigenden Rampen und einer Brücke aus zwei gegeneinander geneigten Bögen mit abgehängter Fahrbahn, welche auf einer Höhe von 5 Metern 57 Meter ohne Zwischenabstützung überspannt. Die Seiten des Brückenbogens verbreitern sich an den Fusspunkten, so dass hier beidseitig Treppenabgänge eingepasst werden konnten. Das gesamte Bauwerk und die Treppenläufe besteht aus Stahl.
Die Brücke erinnert in ihrer expressiven Ausprägung an den Entwurf von Leonardo da Vinci für die Brücke am Bosporus. Obwohl diese formale Analogie vermessen scheinen mag, wirkt der sanfte und einprägsame Schwung über einen dicht befahrene Autobahnzubringer städtebaulich wohltuend klärend und angemessen. Das Bauwerk zeugt von der starken räumlichen Wirkung von Hohlkastenkonstruktionen in Stahl. Eine Anerkennung verdient insbesondere die konsequente konstruktive Umsetzung bis hin zu den Rampen und Treppenaufgängen in Stahl und die sorgfältige Detaillierung. Das Projekt verdeutlicht das Potenzial des Materials für städtebaulich prägnante Eingriffe.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Tiefbauamt der Stadt Zürich |
| Architekten: | huggenbergerfries Architekten AG, Zürich |
| Ingenieure: | Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich |
| Stahlbau: | Baltensperger AG, Höri |
| Fertigstellung: | 2010 |
Passerelle Pratocarasso – Galbisio, Bellinzona
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Die Passerelle über den Fluss Ticino verbindet zwei städtische Quartiere von Bellinzona, Galbisio und Pratocarasso. Die neue Verbindung dient der besseren Erschliessung von neuen Wohngebieten und Schulen im Norden der Stadt, der Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs und der Aufwertung der Flusslandschaft als Erholungsgebiet.
Als klares, lineares Verbindungselement zwischen den beiden Hochwasserschutzdämmen des Ticino strahlt die Brücke Urbanität aus, nimmt aber in ihrer Ausrichtung auch Bezug zur Landschaft und den wetterbedingten Verhältnissen wie dem starken Nordwind. Ein einziger einfacher Balken überspannt das breite Flussbett. Durch die Signalfarbe Rot verschwimmt die Massstäblichkeit und die Brücke wirkt, als sei ein Mikado-Stab nach dem Spiel der Bergriesen zufällig hier liegen geblieben. Der Hauptträger mit einer Länge von rund 160 Metern ist als stehender, geschlossener Kasten ausgebildet. In Querrichtung kragt einseitig die Fahrbahn aus, begrenzt durch eine weich geformte Brüstung. Der Weg ist dadurch vor dem starken Nordwind geschützt und öffnet den Blick nach Süden in die Kieslandschaft. Auch nachts ist durch eine LED-Beleuchtung für eine effektvolle Wirkung der Flussüberquerung gesorgt.
Die asymmetrische Komposition erinnert an ein Werk von Mondrian – die radikale Linearität des Balkens wird durch die schlichten, insbesondere im Auflagerpunkt auf ein Minimum reduzierten Zwischenabstützungen noch unterstrichen. Was im ersten Moment als „Strich in der Landschaft“ wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als differenzierter, kunstvoll minimalistischer Eingriff von radikaler Einfachheit. Dass dies mit Stahl gelingt, verdient eine Anerkennung.
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| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Città di Bellinzona, Servizi Urbani Comunali, Bellinzona |
| Architekten: | Ambrosetti Mozzetti Siano Architetti, Bellinzona |
| Ingenieure: | Spataro Petoud Partner SA, Bellinzona |
| Stahlbau: | Officine Ghidoni SA - Ferriere Cattaneo SA, Riazzino |
| Fertigstellung: | 2010 |





















