Prix Acier 2009
- Baldachin, Bahnhofplatz Bern
- Schulanlage Leutschenbach, Zürich
- Zentrale Merck Serono, Genf
- IMD – Maersk Mc-Kinney Moller Center, Lausanne
- Passerelle über die Verzasca, Tenero-Contra / Gordola
Baldachin, Bahnhofplatz Bern
|
|
![]() |
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Tuchschmid/Alexander Gempeler, Bern) für die Pressearbeit verwendet werden. |
Eine gläserne Welle überdacht den neuen Bahnhofplatz von Bern. Der rund 85 Meter lange und 40 Meter breite Baldachin überspannt die Haltestellen von Tram und Bus sowie einen grossen Teil des öffentlichen Platzes, der als neues Tor zur Altstadt an städtischer Prägnanz gewonnen hat. Unter der eleganten, leichten und transparenten Grossform, bleibt der Blick auf die historischen Fassaden der Stadt erhalten. Mit der Platzgestaltung wurde auch der Verkehr neu geregelt, so dass der Bahnhofplatz von einer chaotischen Verkehrskreuzung zu einer grosszügigen Flaniermeile wurde.
Der Baldachin ruht auf einer Tragstruktur aus 6 Kastenträgern auf insgesamt 12 eingespannten Stahlstützen, in Querrichtung dazu verlaufen die zweifach gekrümmten Sekundärträger, welche die Dachform als Welle definieren. Zwischen diesen Sekundärträgern liegen Tertiärträger, an welchen die Punkthalterungen für insgesamt 528 Glasplatten unterschiedlicher Geometrie angebracht sind. Die Gläser werden von oben gehalten und verbinden sich zu einer hauchdünnen, geschlossenen Membran. Die mehrfache Krümmung der Dachfläche stellte hohe Anforderungen an die Präzision der Ausführung während Produktion, Transport und Montage.
Das Bauwerk überzeugt durch seine zurückhaltend elegante Form und die äusserst filigrane und transparente Konstruktion in einem bedeutenden, historischen Kontext der Bundeshauptstadt. Die präzise und auf das Wesentliche reduzierte Detaillierung des Stahlbaus und seine weiche Gesamtform nehmen Bezug auf die Funktion des Platzes als hochfrequentierter, öffentlicher Ort und als einladende Geste für Ankömmlinge und Stadtbürger. Die Jury wählt das Projekt als Preisträger für den Prix Acier 2009.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Bauherrengemeinschaft Neuer Bahnhofplatz Bern vetreten durch Stadtbauten Bern |
| Architekten: | Planergemeinschaft Bahnhofplatz Bern marchwell Valentino Marchisella Architekten, Zürich Wellmann Architekten AG, Zürich BSR Bürgi Schärer Raaflaub Architekten AG, Bern Atelier 5 Architekten und Planer AG, Bern |
| Ingenieure: | Ove Arup Facade Engineering, London (Konzept) Ernst Basler + Partner AG, Zürich (Vor- u. Bauprojekt, Vordimensionierung) Walt + Galmarini AG, Zürich (Stahlbau) Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich (Glas) |
| Stahlbau: | Tuchschmid AG, Frauenfeld |
| Fertigstellung: | 2008 |
Schulanlage Leutschenbach, Zürich
|
|
|
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Dario Pfammatter, Architekturbüro Christian Kerez) für die Pressearbeit verwendet werden. |
Das Schulhaus Leutschenbach gehört zu den ambitioniertesten Stahlbauten der Schweiz. Sowohl als Typologie für eine Schule als auch in seiner ungewöhnlichen Tragstruktur ist es ein Experiment. Der Bau steht auf der grünen Wiese in einem ehemaligen Industriequartier von Zürich und soll dem neuen, geplanten Stadtteil zu einem selbstbewussten, urbanen Gesicht verhelfen. Die Nutzungen sind in einer möglichst kleinen Grundrissfläche zu einem 33 Meter hohen Haus gestapelt - zuoberst thront eine Dreifachturnhalle. Damit bleibt die umliegende Grünanlage möglichst unberührt, was durch die Aufhebung der optischen Grenzen zwischen Erdgeschoss und Aussenraum thematisiert wurde.
Das Tragwerk besteht aus einem System von aufeinandergestellten und abgehängten Fachwerken. Zwei 3-Geschosshohe Fachwerkverbände lagern auf insgesamt 6 dreibeinigen, raumhohen Stützen im Erdgeschoss und tragen zwei Fachwerkverbände in Gegenrichtung, auf welchen einerseits die Turnhalle ruht und andererseits die darunterliegenden Geschosse aufgehängt sind. Damit wirken das Erdgeschoss und das vierte Obergeschoss von aussen stützenfrei. Nur eine fugenlose Glashaut trennt die Räume vom Aussenraum ab. So gibt es im ganzen Schulhaus keine massiven Wände. Die Geschossdecken sind allerdings in Beton ausgeführt und nehmen sämtliche Installationen auf, was zur haustechnischen und statischen Herausforderung wurde.
Die gesamte Tragstruktur bleibt überall sicht- und erlebbar, der Verlauf der Kräfte wird deutlich offengelegt. Die Stärke dieses Beitrages liegt im innovativen Ansatz der Stapelung von unterschiedlichen Nutzungseinheiten und damit verbunden im anspruchsvollen Umgang mit der Gebäudestatik. Form und Tragwerk bilden eine Einheit, wobei der Aufwand in Konstruktion und Ausführung eher im Sinne eines Experimentes zu sehen ist. Die Jury zeichnet diesen Bau aufgrund seines expressiven und ausserodentlichen Charakters mit dem Prix Acier 2009 aus.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Stadt Zürich, Immobilienbewirtschaftung und Schul- und Sportdepartement, vertreten durch Amt für Hochbauten |
| Architekten: | Christian Kerez, Zürich in Zusammenarbeit mit BGS & Partner Architekten AG, Rapperswil |
| Ingenieure: | Dr. Schwartz Consulting AG, Zug in Zusammenarbeit mit dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee |
| Stahlbau: | Zwahlen & Mayr SA, Glattbrugg |
| Fertigstellung: | 2009 |
Zentrale Merck Serono, Genf
|
|
|
Fotos: © Merck Serono S.A. 2006 (Fotograf: Rainer Viertlböck, Gauting) Bei Interesse an diesem Pressefoto nehmen Sie bitte Kontakt auf mit: kommunikation@szs.ch |
Der Neubau und die Sanierung des Verwaltungsgebäudes für das Pharmaunternehmen Merck/Serono in Genf zeichnen sich durch hochtransparente Stahl-Glas-Konstruktionen in Fassade und Dach aus. Besonders hervorzuheben sind das zu öffnende Dach über dem sogenannten Forum sowie die darunterliegenden Fassadenkonstruktionen. Es handelt sich hier um das weltweit grösste zu öffnende Glasdach.
Der bestehende Gebäudekomplex wurde im Zuge einer Sanierung vollständig entkernt und mit drei Neubauten ergänzt, die jedoch mit Ausnahme der letzten Etage und der Dachkonstruktion in Massivbauweise ausgeführt sind. Zwischen den Neubauten liegen weit gespannte Passerellen in Stahl sowie Treppen- und Liftanlagen. Die gesamte Dachkonstruktion in Stahl dient auch als Aufhängevorrichtung für die Stahl- und Metallfassaden des Gebäudes. Das Dach überspannt auch ein Atrium, welches vollständig verglast ist. Das Kernstück der Anlage bildet das Forum - ein 25 Meter hoher Glasbau in Form eines Viertelkreises, dessen fächerförmiges Dach sich hydraulisch öffnen lässt. Das ca. 1000 m2 grosse Forumsdach ebenso wie die ca. 12 m hohen drehbaren Glastore und der aussenliegende Sonnenschutz sind wichtige Bestandteile des Klimakonzeptes des Gebäudes.
Der Stahl- und Metallbau in diesem Projekt bleibt grösstenteils sichtbar und besticht durch die präzise und sorgfältige Detaillierung. Die meisten Haupt- und Sekundärtragelemente bestehen aus geschweissten Kastenprofilen, wobei die Schweissnähte nicht sichtbar sind. Stahl wirkt hier als Botschafter für Grosszügigkeit, Eleganz und Präzision. Die Konstruktion besticht ihre Filigranität und reagiert mit Leichtigkeit auf die hohen technischen Anforderungen. Das Projekt wird deshalb mit dem Prix Acier 2009 ausgezeichnet.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Merck Serono SA, Genf |
| Architekten: | Murphy/Jahn, Chicago |
| Ingenieure: | Werner Sobek, Stuttgart |
| Stahlbau: | Sottas SA, Bulle |
| Fertigstellung: | 2006 |
IMD – Maersk Mc-Kinney Moller Center, Lausanne
|
|
|
Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto aussen: Yves André, St.-Aubin-Sauges; Foto innen: Olivier Wavre, Lausanne) für die Pressearbeit verwendet werden. |
An exklusiver Lage mit Blick auf den Lac Léman erstreckt sich der Campus des International Institut for Management Development IMD. Der jüngste Neubau der Anlage ist ein Lehrgebäude mit diversen Hörsälen und Seminarräumen. Der weisse, langgestreckte Baukörper in Stahl ruht auf einem massiven Sockelgeschoss. Die horizontale Schichtung der drei Geschosse wird durch eine Differenzierung der Fassaden thematisiert, so dass das Bauvolumen eine schwebende Leichtigkeit gewinnt. Die geometrische Präzision des Baukörpers vermittelt Strenge und Konzentration, aber auch Weite und Grösse, die sich auch im Inneren durch eine grosszügige Raumfolge von Atrium, Lichthof und Auditorien widerspiegelt. Grosse Spannweiten ermöglichen weitgehend stützenfreie Räume und einen offenen Raum- und Lichtfluss.
Die Lage des grossen Auditoriums bestimmt das Tragsystem, welches Spannweiten von 19 bis 58 Metern bei minimaler Deckenhöhe erlaubt und damit zu einer optimalen Raumausnutzung führt. Die leichte Skelettkonstruktion aus Lochstegträgern ist prädestiniert für die einfache und flexible Leitungsführung sowie für minimale Fundamente. Der der Rohbau war in nur 8 Monaten produziert und montiert. Durch die Verwendung von Recyclingstahl, die Reduktion der Massen und die Flexibilität in der Nutzung wird der Bau den Anforderungen an das nachhaltige Bauen in hohem Masse gerecht.
Dieses Gebäude ist ein attraktives Beispiel für den wirtschaftlichen und ökologischen Einsatz von Stahl im Geschossbau. Obwohl das Material kaum sichtbar in Erscheinung tritt, zeugt die grosszügige Eleganz der Räume und der Lichtführung vom Potenzial der Stahlbauweise. Das Projekt wird deshalb mit dem Prix Acier 2009 ausgezeichnet.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | IMD - International Institute for Management Development, Lausanne |
| Architekten: | Richter et Dahl Rocha Bureau d’architectes SA, Lausanne |
| Ingenieure: | MP Ingénieurs Conseils SA, Crissier |
| Stahlbau: | Sottas SA, Bulle |
| Fertigstellung: | 2008 |
Passerelle über die Verzasca, Tenero-Contra / Gordola
|
|
|
Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Danny Noel, Agarone) für die Pressearbeit verwendet werden. |
Nahe der Mündung des Flusses Verzasca in den Lago Maggiore verbindet die Passerelle die beiden Gemeinden Tenero-Contra und Gordola. Sie ist Teil eines Weg- und Brückennetzes zwischen Bellinzona und Locarno und überquert mit 120 Metern eine natürliche Flusslandschaft der Verzasca. Eine alte Steinbrücke im Verzascatal bot die formale Anlehnung für den Brückenentwurf: In Stahl auf das materielle Minimum reduziert, aber umso kräftiger und eleganter in seiner tragenden Geste.
Eine Doppelwelle zeichnen zwei parallel geführte Rundrohre, die jeweils an den Brückenköpfen zusammenlaufen. Dazwischen gespannt sind sekundäre Rundrohre in K-Form – als Abstandhalter und zur Aussteifung. Die Doppelwelle berührt das Flussbett nur an einer Stelle und lagert dort auf einem Stützpunkt aus Beton auf. Die Fahrbahn aus vorgefertigen Betonelementen liegt auf einem horizontalen Stahlfachwerk auf, welches an Stahlkabeln an den Bogensegmenten aufgehängt ist und gleichzeitig auf den beiden Hauptverstrebungen auflagert. Besonderes Augenmerk wurde auf die Ausbildung der Brückenköpfe gelegt, welche die Kräfte der Stahlbögen aufnehmen.
Die Balustrade mit integrierter Beleuchtung folgt der Neigung zwischen Fahrbahn und Stahlbögen – die Beleuchtungselemente setzen sich in den angrenzenden Wegen fort, so dass sie mit der Überbrückung des Wassers zu einer Bewegung zusammenlaufen. Mit der Auszeichnung Prix Acier 2009 würdigt die Jury ein interessantes, poetisches und elegantes Brückenbauwerk mit ausgeprägtem, individuellem Charakter.
| Projektpartner | |
| Bauherrschaft: | Gemeinden Tenero-Contra / Gordola |
| Ingenieure: | Giorgio Masotti, Bellinzona |
| Architekten: | Blue Office Architecture, Bellinzona |
| Stahlbau: | Officine Ghidoni SA, Riazzino |
| Fertigstellung: | 2005 |




















