Prix Acier 2009 - Anerkennungen

Collège de la Combe, Cugy

Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Jean Michel Landecy, Genf) für die Pressearbeit verwendet werden.


Das Schulhaus „Collège de la Combe“ beherbergt die Schüler von vier kleinen Gemeinden des Kanton Waadt, nördlich von Lausanne gelegen. Der leichte, mehrgeschossige Stahlbau ist mit Holz verkleidet und integriert sich so harmonisch in die ländliche Umgebung. Grosse Spannweiten und eine schlichte, horizontale Gliederung des grossen Baukörpers strahlen unprätentiöse Modernität aus und sprechen für das Selbstbewusstsein der Gemeinden in einer Zeit, wo Nachhaltigkeit im Bauen zur gesellschaftlichen Verpflichtung geworden ist.

So geschlossen der Baukörper von Aussen scheinen mag - im Innern entwickelt sich ein spannendes, lichtdurchflutetes Raumgefüge von geschlossenen und offenen Zonen mit einer zweigeschossigen Turnhalle, Loggien, einem zentralen Innenhof sowie einem grosszügigen Pausen- und Luftraum um die Treppe. Das umfangreiche Raumprogramm umfasst 16 Klassenräume, Sport-, Veranstaltungs- und Werkräume, Cafeteria und grosszügige Foyers.

Der Bau ist funktional, kostengünstig und von einer pragmatischen Eleganz. Erreicht wurde dies durch einen einfachen Stahlskelettbau, der grosse Spannweiten und die kurze Bauzeit von nur 16 Monaten ermöglicht. Die einfache Verbundkonstruktion des Deckensystems zusammen mit den grossen Spannweiten bietet eine hohe Flexibilität in der Nutzung. Durch die Verwendung von Recyclingstahl und Holz sowie durch die Reduktion der Baumasse und einem angemessenen Energiekonzept entspricht dieses Gebäude den Anforderungen an die Nachhaltigkeit in höchstem Masse. Das Gebäude wird von der Jury des Prix Acier mit einer Anerkennung gewürdigt.

Projektpartner  
Bauherrschaft: ASICE Association Scolaire Intercommunale de Cugy et Environs, Cugy
Architekten: FRAR Frei Rezakhanlou architectes, Lausanne, Genf
Ingenieure:  SD Ingénierie Lausanne SA, Lausanne
Stahlbau: Sottas SA, Bulle
Fertigstellung: 2008


Sporthalle Gotthelf, Thun

Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Hannes Henz, Zürich) für die Pressearbeit verwendet werden.


Tagsüber grau schimmernd, nachts als leuchtender Dachkörper präsentiert sich diese Dreifachturnhalle als schwebend leichtes Grossvolumen. Über einem gedrungenen, vollständig verglasten Erdgeschoss erhebt sich eine fast textil anmutende Haube aus Stahl und lichtdurchlässigem Kunststoff. Die Typologie als Dreifachturnhalle ermöglicht parallele Turn- und Grossveranstaltungen mit Publikum. Die Nutzfläche von rund 3000 Quadratmetern kann in drei separate Hallen unterteilt werden. Während die Publikumsebene praktisch ebenerdig erschlossen wird, ist die Ebene der Sporthalle und der Nebenräume um ein Geschoss abgesenkt.

Der Stahlbau stülpt sich als Hülle über den abgesenkten Raum, wobei ein transparentes Fensterband als Fuge zwischen Beton-Untergrund und lichtdurchlässiger Fassade wirkt. Die Dachstruktur besteht aus hohen, schlanken Hauptträgern aus Stahlblech und einer Lage Sekundärträgern dazwischen, so dass die Decke durch die dadurch gezeichneten Kassetten ungerichtet wirkt. Getragen wird diese weitgespannte Hallendecke durch schlanke Stahlstützen in der Fassadenebene – ausgesteift durch feine, diagonale Zugbänder.

Das Grossvolumen wird durch eine Raumschichtung in die Tiefe gegliedert und wirkt dennoch als klarer, ruhiger, und eleganter Solitär. Hervorzuheben ist die saubere, präzise Detaillierung und die für eine Sporthalle ungewöhnlich hohe Qualität der Architektur. Das Projekt wird mit einer Anerkennung des Prix Acier gewürdigt.

Projektpartner  
Bauherrschaft: Stadt Thun, vertreten durch Amt für Stadtliegenschaften
Architekten: müller verdan architekten, Zürich,
ehemals müller verdan weineck architekten
Ingenieure:  Walt + Galmarini AG, Zürich
Stahlbau: Jakem AG, Münchwilen
Fertigstellung: 2006


Perrondächer Glattalbahn, Zürich-Flughafen

 

Durch Anklicken kann das Bild honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Georg Aerni, Zürich) für die Pressearbeit verwendet werden.


Drei miteinander verbundene, dynamisch geformte Dachkonstruktionen charakterisieren den Weg zur Glattalbahn-Haltestelle am Flughafen Zürich. Aufgelegt auf drei fragmentarischen Wandscheiben aus Stahl im Design der Glattalbahn Infrastruktur, scheinen sie fast frei im Raum zu schweben. Die lichtdurchlässigen und nachts beleuchteten Dachskulpturen weisen den Passagieren klar erkennbar den Weg vom Flughafeneingang und vom Bushof zu den Perrons der Glattalbahn. Dies ohne die Sicht auf die bestehende Architektur und die Umgebung des Flughafens zu beeinträchtigen.

Die Überdachung ergänzt das Gesamterscheinungsbild des Flughafeneingangs mit dem Bushof (Prix Acier 2005) durch eine erkennbare Eigenständigkeit. Der skulpturale Charakter und eine gewisse schlichte Schwere kontrastieren mit den extremen Auskragungen der Flügel und verdeutlichen damit, dass hier Stahl trägt. Der weite Raum wird durch diese starken Elemente gegliedert und eindeutig gefasst, ohne jedoch beengend zu wirken. Dem Bushofdach ordnet sich diese Dachstruktur aus geschweissten Kastenelementen zwar unter, bildet jedoch als Bindeglied zur gegenüberliegenden massiven Stützmauer der Strasse eine angemessene repräsentative Identität.

Die Jury würdigt mit einer Anerkennung des Prix Acier die einprägsame formale Umsetzung dieser grosszügigen, körperhaften Konstruktion, welche die Statik spüren lässt und für eine hohe Aufenthaltsqualität für Wartende sorgt. Wie das Bushofdach wurde das Projekt mit einem sehr beschränkten Kostenrahmen und knappen Zeitvorgaben realisiert.

Projektpartner  
Bauherrschaft: VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG, Glattbrugg
Architekten: Penzel Architektur GmbH, Zürich
Ingenieure:  Valier AG, Chur
Stahlbau: Baltensperger AG, Höri
Fertigstellung: 2008


Villa Chardonne, Chardonne

 

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Wie eben erst gelandet, stützt sich das spektakuläre Einfamilienhaus am Steilhang des Genfer Sees ab. Die flugerprobte Bauherrschaft hat ihre Berufspassion auch in ihrem Wohnsitz umgesetzt: wie über eine Gangway steigt man seitlich in diesen schwebenden Wohnkörper aus Stahl und Glas ein und geniesst von hier einen unverbauten Blick aus der Höhe. Die aufgeständerte Black Box aus Stahl und Glas lässt die Topographie praktisch unberührt und schafft so viel Freiraum für die Nutzung des Geländes als Garten.

Die modulare Stahlstruktur definiert die Raumsequenzen des langgestreckten Baukörpers. Wie eine Brücke ist das Tragwerk in vier Modulen aus Vierendeel-Trägern zusammengesetzt und lagert hangabwärts auf zwei schlanken, schräggestellten Stützen auf. Die horizontale Steifigkeit ist durch eine Blechverbunddecke in der Boden-Ebene und einen Dachverband unter dem Dachblech gewährleistet. Somit bleibt das Innere frei von Stützen oder tragenden Wänden und ermöglicht dadurch die optimale Ausnutzung des Grundrisses.

Der Stahlbau ist formal einprägsam und folgt einem bekannten Grundansatz: ein technisch bewährtes Modul mit möglichst wenigen Eingriffen in die Landschaft. Die Konstruktion weist eine sinnvolle, der Gestaltung angemessene, hochwertige Detaillierung auf. Diese ungewöhnlich reduzierte und gleichzeitig raffinierte und sorgfältig detaillierte Lösung eines Wohnhauses in Brückenform würdigte die Jury des Prix Acier mit einer Anerkennung.

Projektpartner  
Bauherrschaft: Heidi et Samuel Heiz, Chardonne
Architekten: Made in Sàrl, Genf
Ingenieure:  Babel Ingénieurs Civils SA, Genf
Stahlbau: Zwahlen & Mayr, Aigle
Fertigstellung: 2008


Volière Bois de la Bâtie, Genf

 

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In einem kleinen Waldstück mit Teich mitten in der Stadt Genf steht diese federleichte Voliere, die sich in ihrer Struktur ganz den umstehenden Bäumen angleicht. Die aus Stahlrohr verschweissten Baumstützen folgen nur scheinbar einem natürlichen Wuchs – dahinter steckt ein raffiniertes Modell für die Optimierung des Tragsystems, das sich von Untersuchungen des spanischen Architekten Antonio Gaudì herleitet.

Der leichte, netzumspannte Raum, der mit dem umgebenden Wald zu einer Einheit verschmolzen scheint, definiert sich durch ein Dach in freier Form, welches von 16 baumartigen Stahlstützen getragen wird. Die Kontur des Daches folgt der Begrenzung durch die umstehenden Bäume und formt damit ebenfalls eine Art Baumkrone. Die 9 Meter hohen Baumstützen sind in einem Raumgitter in Form eines stehenden Quaders eingeschrieben, welches die notwendigen Bezugspunkte für die Planung, Herstellung und Montage liefert. Die Baumstützen wurden je nach Kräftefluss mit Rundrohren in verschiedenen Wandstärken ausgeführt und in hellen Grün- und Weisstönen gestrichten. Eine filigranes, fast unsichtbares Netz aus Edelstahl hüllt die Baumstruktur in eine Art Spinnengewebe ein, das wiederum die Einbettung in die Natur thematisiert.

Der Bau ist eine poetische und raffiniert eigenständige Umsetzung der Pavillontypologie. Den behutsamen, fast unsichtbaren Eingriff in die Natur, die Klarheit der Struktur sowie die materialoptimierte konstruktive Umsetzung würdigte die Jury des Prix Acier mit einer Anerkennung.

Projektpartner  
Bauherrschaft: Ville de Genève – Service des bâtiments
Architekten: Group 8 Associates Architects, Genf
Ingenieure:  Guscetti & Tournier SA Ingénierie civile, Carouge
Stahlbau: Zwahlen & Mayr SA, Aigle
Fertigstellung: 2008


Paradise Street Fussgängerbrücke, Liverpool

   

Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Tuchschmid/Tim Soar, London) für die Pressearbeit verwendet werden.


Liverpool war 2008 Kulturhauptstadt Europas. Seine Industrie-Geschichte verbindet die Stadt traditionell mit dem Schiffs- und Stahlbau. „Pradise Street“ heisst denn auch ein Teil des jüngsten Stadtentwicklungsprojektes, in dessen Zusammenhang diese Passerelle zwischen einem Parkhaus und einem bedeutenden Warenhaus realisiert wurde. Sie schafft nicht nur ein attraktives Eingangserlebnis zur Konsumwelt, sondern durch ihre skulpturale Qualität auch ein spannendes städtebauliches Element hoch über einer schwer befahrenen Strasse.

Die Passerelle überspannt 60 Meter in acht Meter Höhe. Ihre abgewinkelte Form ergibt sich durch die beiden nicht aufeinander abgestimmten Ausgangspunkte. So besteht die Brücke aus drei Teilen, wobei der Mittelteil rechtwinklig zu den umgebenden Gebäuden steht. Die facettenartige Flächengestaltung entsteht durch die diagonale Verschränkung von tragenden, glatten Paneelen aus Stahl, die zu einer steifen Form verschweisst sind, und verglasten Leichtbauelementen. Im Schweizer Werk gefertigt, führte ein Spezialtransport die Brücke in drei Teilen durch halb Europa nach Liverpool, wo sie aufgrund eines ausgefeilten Montageplans in nur einer Nacht montiert wurde.

Die Innovation dieses Projektes liegt zum einen in der Kombination einer räumlich spannenden Form mit einem ungewöhnlichen Tragsystem, zum andern in der technisch höchst anspruchsvollen Fertigung, Logistik und Montage des Stahlbaus. Die Anerkennung gilt insbesondere der interdisziplinären Zusammenarbeit eines internationalen Teams und der hohen technischen Leistungsfähigkeit der Schweizer Stahlbaufirma.

Projektpartner  
Bauherrschaft: Grosvenor Developments, London
Architekten: Wilkinson Eyre Architects Ltd., London
Ingenieure:  ARUP Northwest, Liverpool
Stahlbau: Tuchschmid AG, Frauenfeld
Fertigstellung: 2008


Metallwerkstatt Dynamo, Zürich

Durch Anklicken können die Bilder honorarfrei heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights (Foto: Dominique Marc Wehrli, Regensdorf) für die Pressearbeit verwendet werden.


Das Jugendkulturhaus Dynamo betreibt in der Stadt Zürich eine Metallwerkstatt. In Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten wurde in unmittelbarer Nähe zur Limmat eine neue Arbeitsstätte für junge Menschen mit zusätzlichem Büro- und Lagerraum erstellt. Die gut eingerichtete Werkstatt bietet den Benutzern umfangreiches Werkzeug für die Bearbeitung von Metall.

Die eigentliche Werkstatt liegt im Freien unter einem weit auskragenden Vordach, während die abzuschliessenden Räume in den Kern des Gebäudes verlegt sind. Zur Verbesserung der Belichtung sind drei Oberlichter in das Dach eingeschnitten. Grossflächige Flügeltüren sind vollständig in die Fassade integriert und machen so gegen Aussen sichtbar, wann die Werkstatt in Betrieb ist. Auf einem trapezähnlichen Grundriss tragen Stützen aus Profilstahl einen weit auskragenden Dachrost in gleicher Form, jedoch mit fast doppelter Fläche. Diese Tragkonstruktion ist mit einem industriell gefertigten Lochblech aus Stahl überzogen. Abhängig von Blickwinkel oder Tageszeit sorgt diese Hülle für reizvolle Wechsel in der Wahrnehmung der Fassade.

Das Wechselspiel zwischen Transparenz und Geschlossenheit, zwischen Leichtigkeit und Massivität verleiht dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charme. Konstruktion und Verkleidung zeigen den Werkstoff und seine Verarbeitung präzise, unmittelbar und direkt. Für den wirtschaftlichen Umgang mit dem Material, die sorgfältige Detaillierung bis hin zur Beschriftung und dem raffinierten Wechselspiel zwischen Robustheit und Komplexität wurde dieser Kleinbau mit einer Anerkennung des Prix Acier gewürdigt.

Projektpartner  
Bauherrschaft: Stadt Zürich, Immobilienbewirtschaftung und Schul- und Sportdepartement, vertreten durch Amt für Hochbauten
Architekten: phalt gmbh architekten, Zürich
Ingenieure:  WGG Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zürich
Stahlbau: Kaufmann Spenglerei & Sanitär AG, Egg bei Zürich
Fertigstellung: 2009

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