Prix Acier 2005

Das Stahlbau Zentrum Schweiz hat im Jahr 2005 erstmals einen Schweizer Stahlbaupreis ausgeschrieben, den Prix Acier. Die Schweizer Auszeichnung soll auch in Zukunft gleichzeitig mit der Nominierung für den Europäischen Preis juriert und alle zwei Jahre an herausragende Bauwerke in Stahl vergeben werden.

Unter den eingegebenen Projekten wählte die Fachjury vier Bauwerke für den Prix Acier 2005 aus. Der Jury gehörten an

  • Peter Berger, dipl. Arch. ETH, Architekturbüro Theo Hotz AG, Zürich und Professor Fachhochschule Bern
  • Stefan Camenzind, dipl. Arch. HTL SIA, Architekturbüro Camenzind Evolution, Zürich
  • Evelyn C. Frisch, dipl. Arch. ETH, SZS
  • Christoph Gemperle, dipl. Bauing. ETH, Huber Gemperle Ingenieure, Rickenbach TG
  • Beat Jordi, Arch. BSA SIA, ADP Architekten, Zürich
  • Daniel Meyer, dipl. Bauing. ETH, Lüchinger & Meyer Bauingenieure, Zürich

Der Prix Acier 2005 wurde im Rahmen des Baukongresses verliehen, den das „baublatt“ am 15. November 2005 im Konzert- und Kongresszentrum Luzern durchführte.




Airside Center, Zürich Flughafen


Foto: Ralf Bensberg

Wie ein grosser Flügel verbindet das Airside Center die drei Terminals des Flughafens Zürich. Es lenkt Besucherströme und bietet gleichzeitig Raum für Aufenthalt und Rekreation. Das weit gespannte Dach ist ein doppelt gekrümmtes Flächentragwerk aus sich überschneidenden Fachwerkträgern. Gestützt wird dieses Dach von raumhohen, doppelten V-Stützen. Das Airside Center überzeugt durch eine ausserordentliche räumliche Präsenz sowie durch die virtuose Konstruktion der Dachstruktur. Der Flughafen Zürich gewinnt durch die grosszügige architektonische Geste ein neues Gesicht und einen wirkungsvollen, zentralen Innenraum. Die anspruchsvolle Tragstruktur in Stahl wurde sorgfältig detailliert und zeugt vom Potenzial des Baumaterials für ausserordentliche architektonische Projekte für höchste Qualitätsansprüche. Die Präzision und Effizienz der Fertigung und Montage sprechen für höchste Leistungsfähigkeit der beteiligten Unternehmen.


Bauherrschaft Unique (Flughafen Zürich AG), Zürich
Architekten Nicholas Grimshaw + Partners Ltd., London
Itten + Brechbühl AG, Zürich
Ingenieure Ove Arup & Partners Ltd., London
Ernst Basler + Partner, Zürich
Stahlbau Tuchschmid AG, Frauenfeld
Baujahr 2004

Zentrum Paul Klee, Bern

Das Zentrum Paul Klee in Bern ist eine virtuose Geste - eine Hommage an die poetische Leichtigkeit der Gemälde von Paul Klee, aber auch an die Hügelketten der Berner Voralpen. Die Landschaft weiterbauen - das war die Idee des Architekten Renzo Piano, der das Gebäude wie aus der Wiese aufsteigen lässt. Für die dreifache Welle benötigte man 1’200 Tonnen Stahl und 40 km handgeschweisste Nähte: eine ausserordentliche Leistung des handwerklichen Stahlbaus. Die komplexe, aber gleichzeitig klar ablesbare Formensprache findet ihre Entsprechung in der Konstruktion, die auf exemplarische Weise das Potenzial des Stahlbaus für individuelle und komplexe Tragwerke mit grossen Spannweiten aufzeigt. Unter den gewaltigen Gewölben öffnet sich der Raum für die aktive Kunstbetrachtung.


Bauherrschaft Maurice E. and Martha Müller Foundation
Architekten Renzo Piano Building Workshop, Paris - Genua
in Zusammenarbeit mit ARB Arbeitsgruppe Bern
Ingenieure Ove Arup & Partners Ltd, London
B+S Ingenieur AG, Bern
Stahlbau Zwahlen & Mayr SA, Aigle
Baujahr 2005


Bushofdach, Zürich Flughafen

Der Flughafen Zürich hat seit kurzem auch eine attraktive Landseite. Die Überdachung des Bus-Terminals zeichnet sich durch eine prägnante, aber wohltuend zurückhaltende Grossform aus, die sich im Durcheinander der Flughafenbauten zu behaupten vermag. Die leicht nach aussen geneigte Dachscheibe scheint trotz ihrer materiellen Präsenz zu schweben. Die überzeugend einfache, elegante Konstruktion ist den funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen optimal angepasst worden. Von der Jury gewürdigt wird vor allem die hohe architektonische Qualität trotz Kosten- und Zeitdruck sowie die innovative Kombination von Stahl und lichtdurchlässigen Dachelementen aus Fiberglas. Die Lichtführung wird damit zu einem zentralen Gestaltungselement. Am Tag fällt von oben Licht auf die Glasflächen und erzeugt einen diffusen Lichthimmel. Nachts setzen im Dachkörper eingesetzte Strahler den Eingangsbereich in Szene. Die Konstruktion zeugt damit auch vom unausgeschöpften Potenzial von Stahl in Verbindung mit anderen Materialien.


Bauherrschaft Unique (Flughafen Zürich AG), Zürich
Architekten Peter Stutz und Markus Bolt, Zürich/Winterthur
Ingenieure H. Wetter AG, Stetten
Stahlbau H. Wetter AG, Stetten
Baujahr 2005


Aussichtsbrücke Langkawi, Malaysia

Die Aussichtsbrücke Langkawi ist ein kühnes, ausdruckstarkes Stahlbauwerk, das sich rücksichtsvoll in die Natur einfügt. Die klare Absetzung des Tragwerks von der Topographie und der geschwungene Weg entsprechen in idealer Weise den Anforderungen an die touristische Erschliessung des Naturschutzgebietes. Die 120 Meter lange Brücke aus einem dreieckförmigen Fachwerk wird nur durch einen geneigten Pylon gestützt. Zur Anwendung kamen lokal erhältliche Hohlprofile und Formteile, die zu einem überzeugenden ästhetischen Gesamtbild führten. Im unzugänglichen Urwald standen für die Montage weder Strassen, Strom noch Wasser zur Verfügung. Die Präzision und Effizienz der Planung, Fertigung und Montage unter schwierigsten äusseren Bedingungen sprechen für Einfallsreichtum und technisches Know-how.


Bauherrschaft Langkawi Development Authority, Kuah, Malaysia
Architekt Dr. Peter André Wyss, Orselina & Penang
Ingenieure Höltschi & Schurter, Dipl. Ing. ETH/SIA Ag, Zürich
Stahlbau BBR, Kuala Lumpur, Malaysia
mit Khean Seng Engineering, Simpang Ampat, Malaysia
Baujahr 2004

zum Seitenanfang
© 2006 Stahlbau Zentrum Schweiz | Disclaimer | Impressum
 

Skulptur