FAQ
- 1. Was ist massgebend für die Tragfähigkeit von Schraubverbindungen? Wie wird der Lochdurchmesser berücksichtigt?
- 2. Wieso dürfen bei einer Schraube der Scherwiderstand, der Lochleibungswiderstand und die Grenzgleitkraft niemals addiert werden?
- 3. Gelten die tabellierten Tragwiderstände auch für andere Schraubenqualitäten (z.B. Festigkeitsklasse 5.6, nichtrostende Schrauben)?
- 4. Welcher Reibungsbeiwert gilt für die Grenzgleitkraft bei einem spezifischen Oberflächenschutzsystem?
- 5. Wie werden Schrauben gegen Losdrehen gesichert?
- 6. Sind ermüdungsbeanspruchte Anschlüsse mit nicht vorgespannten hochfesten Schrauben (als Scherverbindungen) zulässig, und welches ist die zugehörige Kerbgruppe?
- 7. Wie ist bei einschnittigen, ermüdungsbeanspruchten Scherverbindungen die unvermeidliche Schraubenbiegung zu beurteilen, insbesondere wenn zusätzlich Futterbleche eingebaut sind?
- 8. Wie können schadhafte Nieten an Altbauten ersetzt werden?
1. Was ist massgebend für die Tragfähigkeit von Schraubverbindungen? Wie wird der Lochdurchmesser berücksichtigt?
2. Wieso dürfen bei einer Schraube der Scherwiderstand, der Lochleibungswiderstand und die Grenzgleitkraft niemals addiert werden?
In einer Scherverbindung versagen die Schrauben entweder auf Abscheren oder auf Lochleibungsdruck, der jeweils kleinere Widerstand ist massgebend. Dieser Widerstand wird erst nach grösseren Deformationen erreicht, wobei dann eine allfällige Vorspannung der Schrauben durch plastische Verformungen bereits abgebaut ist und somit in den Kontaktflächen praktisch keine Reibung mehr besteht.
Reibungsverbindungen werden eingesetzt, um Deformationen im Gebrauchszustand zu verhindern. Wenn bei der Beanspruchung der Reibungswiderstand überwunden ist, wirkt die Schraube als Scherverbindung mit den entsprechenden Nachweisen.
3. Gelten die tabellierten Tragwiderstände auch für andere Schraubenqualitäten (z.B. Festigkeitsklasse 5.6, nichtrostende Schrauben)?
Das Nachweiskonzept der Schraubverbindungen ist in der Norm SIA 263 "Stahlbau", Ziffer 6.2 geregelt. Demgemäss können die in der SZS-Publikation "Konstruktionstabellen C5/05" angegebenen Scher- und Zugwiderstände auch für andere Festigkeitsklassen einfach umgerechnet werden. Entsprechende Formeln und Zahlenwerte siehe auch C5/05, Seite 94. Für nichtrostende Schrauben sei auf die Informationsstelle für nichtrostende Stähle SWISS INOX verwiesen.
4. Welcher Reibungsbeiwert gilt für die Grenzgleitkraft bei einem spezifischen Oberflächenschutzsystem?
5. Wie werden Schrauben gegen Losdrehen gesichert?
Bei hochfesten Schrauben reicht das Vorspannen gemäss Norm SIA 263 "Stahlbau", Ziffer 8.4.1.4 als Schraubensicherung aus, dabei ist allerdings auf geringe Oberflächenschutz-Schichtdicken zu achten.
Bei Stahlbauschrauben ist keine Vorspannung vorgeschrieben, sie wäre auch nicht ausreichend zur Schraubensicherung. Vielmehr erfolgt die Sicherung durch Klebstoffe (z.B. Loctite) oder mechanisch (z.B. mit PAL-Mutter oder Sicherheitsscheibe mit Nase), mit einer Sitzkontrolle alle 2-3 Jahre.








