Veranstaltungen | Case Study Steel House - Ein Studienauftrag der zhaw in Kooperation mit dem SZS

Case Study Steel House. Kunst des Fügens Präqualifikation

    

Im Frühjahr haben wir in unserem Artikel "Ausschreibung offener Architekturwettbewerb" zur Teilnahme an dem Studienauftrag «Case Study Steel House» aufgerufen, mit dem das Institut Konstruktives Entwerfen der ZHAW als Auslober in Kooperation mit dem Stahlbau Zentrum Schweiz neue Wege im Rahmen der angewandten Architekturforschung beschreitet. Interdisziplinäre Teams aus der Praxis wurden angeregt, sich in einer "Laborsituation" mit den konstruktiven und räumlichen Fragen von Stahl im Wohnungsbau auseinanderzusetzen. Insgesamt sind 40 Bewerbungen eingegangen, die das Beurteilungsgremium am 22. September gesichtet und intensiv diskutiert hat. Die nachfolgenden Teams wurden für die Bearbeitung des Studienauftrags ausgewählt:


Kontext: "Homework. Zuhause arbeiten am Bahnhof Rapperswil"


Architektur: Meili, Peter & Partner AG, Zürich
Bauingenieurwesen: Drewes + Speth, Hannover/D (internationale Beteiligung)

Aus der Begründung des Beurteilungsgremiums: Sowohl das gezeigte Referenzprojekt als auch das Motivationsschreiben von Meili, Peter & Partner zeugen von der Erfahrung, der Kompetenz, aber auch der Inspiration mit der die Architekten seit Jahrzehnten den baukulturellen Diskurs in der Schweiz mitprägen. Die Zusammenarbeit mit den Bauingenieuren von Drewes + Speth ist bereits durch ein gemeinsames Projekt mit entwerferischem Forschergeist erprobt, verspricht eine fundierte Auseinandersetzung um Kosten und Systembau und ermöglicht zumindest im konstruktiven Bereich den Blick auf die Fragestellung von Planern aus dem Ausland. Das Beurteilungsgremium ist gespannt auf das «Ausloten von Wert und Nutzen flexibler Grundrisse» sowie die «Entdeckung des Stahlbaus bei kleinen Raumgrössen» durch dieses Team.


Architektur: Boltshauser Architekten AG, Zürich
Bauingenieurwesen: Conzett Bronzini Partner AG, Chur
Weitere Beteiligte: Waldhauser + Hermann AG (Haustechnik) und Kopitisis AG (Bauphysik, Akustik)


Aus der Begründung des Beurteilungsgremiums: Das Team von Roger Boltshauser und Jürg Conzett nimmt unter allen Bewerbern die stärkste inhaltliche Eingrenzung vor: Architekt und Ingenieur suchen nach konstruktiv wie räumlich wirksamen Synergien zwischen der Stahl- und der Lehmbauweise. Die zunächst nicht naheliegende, gegensätzliche Materialkombination in Verbindung mit der ausgewiesenen fachlichen Kompetenz der Beteiligten lässt einen Projektbeitrag erhoffen, der vom Konkreten und Spezifischen ausgehend auf übertragbare Erkenntnisse hinsichtlich intelligent gefügter Hybride schliessen lässt. Die Einbettung in die lehrende und forschende Tätigkeit des Teams an der EPFL Lausanne fördert die tiefgehende aber auch vielseitige Auseinandersetzung mit der Fragestellung.


Architektur: Pascal Flammer, Zürich
Bauingenieurwesen: Lorenz Kocher GmbH, Chur

Aus der Begründung des Beurteilungsgremiums: Pascal Flammer und Lorenz Kocher widmen sich im Motivationsschreiben der Frage, welche Raumtypologien den heutigen verschiedenartigen Lebensformen gerecht werden könnten. Die Ankündigung einer in mehrfacher Hinsicht – programmatisch, räumlich wie konstruktiv – hybriden Struktur aus radikal generischen und radikal spezifischen Räumen weckt das Interesse des Beurteilungsgremiums und lässt einen eigenständigen Beitrag erhoffen, der auf allen Massstabsebenen die Möglichkeiten des Stahlbaus architektonisch und konstruktiv ausreizt.



Kontext: «ZusammenWohnen. Gemeinschaftliche Wohnformen auf dem Kunzareal»

Architektur: Burrus Nussbaumer Architectes GmbH, Genf
Bauingenieurwesen: Ingeni AG, Carouge GE
Weitere beteiligte Planer: Dinges Consulting (Brandschutz), Architecture & Acoustique (Bauphysik)

Aus der Begründung des Beurteilungsgremiums: Burrus Nussbaumer Architectes und Ingeni AG mit Gabriele Guscetti bewerben sich als Team von «Entwerfer-Konstrukteuren», die bereits gemeinsam mit hybriden Tragsystemen experimentiert haben. Sie verfolgen den Ansatz einer starken «dauerhaften Struktur von grossen Dimensionen» in Kombination mit wandlungsfähigen «eingebauten Habitaten» kürzerer Lebensdauer. Von den Bewerbern wird erwartet, dass sie mittels ihrer präzise beschriebenen Entwurfsmethodik und ihrem Wissen um die technologischen Möglichkeiten spannende konstruktive Ansätze entwickeln, die im Sinne einer bezahlbaren Bauweise auf verschiedene Kontexte der urbanen Verdichtung übertragbar sind.


Architektur: Julia Hemmerling, Zürich (Nachwuchs)
Bauingenieurwesen: Dr. Schwartz Consulting AG, Zug

Aus der Begründung des Beurteilungsgremiums: Die Zusammenarbeit der in dieser Auswahl jüngsten, jedoch bereits für Ihre Masterthesis mit dem Stahlbaupreis honorierten und am konstruktiven Fügen interessierten Nachwuchsarchitektin Julia Hemmerling mit Joseph Schwartz, der über eine langjährige Erfahrung in experimenteller, konstruktiver Forschung verfügt, wird als spannende Ausgangslage für die Entwicklung zukunftsweisender konstruktiver Konzepte im bezahlbaren Wohnungsbau erachtet. Im "Dialog der Konstrukteure" soll über Generationen hinweg auch ein Diskurs zum Bauen und Wohnen von morgen entstehen.



Architektur: Resegatti Thalmann Kollektivgesellschaft, Zürich (Nachwuchs)
Bauingenieurwesen: Mario Rinke, Zürich

Aus der Begründung des Beurteilungsgremiums: Mit der Ankündigung, mittels des Stahlbaus dem Wohnungsbau «die Romantik zu nehmen», haben die Bewerber die Neugier des Beurteilungsgremiums geweckt und eine interessante Diskussion ausgelöst. Die Lust am Ausloten der Gegensätze eines industriellen Stahlbaus versus Wohnlichkeit und Komfort lässt Konzepte erhoffen, die architektonisch und konstruktiv sorgfältig entwickelt werden, dabei aber auch grundsätzliche Fragen zu baulichen Standards im Wohnungsbau stellen. Die Projektpartner beschäftigen sich schon länger in Forschung und Lehre mit dem Stahlbau. Das konstruktive Wissen von Mario Rinke, das bis in die Anfänge der Bauweise zurückreicht, verspricht ein Neuausloten der Möglichkeiten vor einem breitgefächerten Horizont.



Weitere Informationen zum Projekt entnehmen Sie bitte der Broschüre

Case Study Steel House

Sie auch den folgenden Artikel in der Zeitschrift "werk, bauen und wohnen"

werk




Ein Projekt von


 

                    


      





16.11.2016
zum Seitenanfang
© 2006 Stahlbau Zentrum Schweiz | Disclaimer | Impressum