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Öko-Bilanzen: Anpassung des Recycling-Anteils für Stahlprofile

    

Aufgrund der Intervention des SZS und der Deklaration der Europäischen Stahlwerke überprüfen die Schweizer Datenbanken zur Öko-Bilanzierung Ecoinvent/Ecobau und KBOB den Recycling-Anteil von Stahlprofilen, der bei praktisch 100% liegt. Auch weitere Unstimmigkeiten in der Beurteilung von Stahl in den Öko-Bilanzen wurden aufgrund einer Vorstudie von Martin Mensinger (TU München) und einem Round-Table-Gespräch des SZS mit Vertretern der zuständigen Gremien ausgemerzt. Die neuen Datenbanken werden per Ende Jahr publiziert werden. Damit hat die Kampagne Öko-Stahl (Nachhaltiges Bauen mit Recycling-Stahl) des SZS ein überprüfbares und glaubhaftes Fundament erhalten.

Die Finanzierung der Kampagne durch die Stahlbranche Schweiz, soll durch das Engagement des Schweizer Stahlhandels und der Stahl- und Metallbaubranche per 2009 zustande kommen.

Nachhaltiges Bauen mit Stahl - Die Argumente

Die Stahlbaubranche hat sich zum Ziel gesetzt, die Nachhaltigkeit ihres Werkstoffs sowie der Bauweise zu fördern. In diesem Zusammenhang wurde eine Studie zur Bewertung und Analyse an der TU München in Auftrag gegeben. Aufgrund dieser Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass bei gewissen Datengrundlagen für die ökologische Bewertung von Stahl und Stahlbauteilen ein höherer Differenzierungsgrad sinnvoll wäre.

Die hohen Anteile an Sekundärmaterial insbesondere bei Stahlprofilen sowie die Rezyklierbarkeit von Stahl wurden bisher nur begrenzt berücksichtigt. Die Stahlbauweise kann einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten. Die Vorteile sind insbesondere eine emissionsarme, energieschonende Erstellung, die flexible Nutzbarkeit und einfache Veränderbarkeit von Stahlbauten, die Effizienz im Unterhalt und während der Nutzung sowie die Rückbaubarkeit und das Recycling ganzer Bauteile oder des Baumaterials. Damit hat die Stahlbauweise ein unausgeschöpftes Potenzial für die Entwicklung nachhaltiger Bausysteme, insbesondere auch in Kombination mit Holz (Hybrid-Bauweise).

Recycling von Stahl zu Baustahl

Stahl ist nicht nur hervorragend rezyklierbar, sondern Baustahl besteht grösstenteils bereits aus Rezyklat, das heisst aus Haushalt- und Autoschrott. Schrott kann aus qualitativen und technischen Gründen nicht wieder für Stahlblech verwendet werden, sondern fliesst in die Produktion von Baustahl (Armierungsstahl und Walzprofile für den Stahlbau). Das dazu vorwiegend eingesetzte Verfahren in der Stahlindustrie ist das Elektrostahlverfahren. Hier wird der Rohstahl im Lichtbogen oder Induktionsofen aus Schrott verschmolzen (Elektrostahlroute). Dieses Schrottaufkommen speist sich vor allem aus dem Altschrottaufkommen. Der Anteil Kreislaufschrott der Stahlwerke sowie Neuschrott der stahlverarbeitenden Industrien beläuft sich bei den europäischen Werken auf weniger als 1,5 %. Der weltweit gehandelte und verwendete Stahl besteht heute rund zur Hälfte (ca. 45%) aus Schrott. Europaweit stammen jedoch nahezu 100% der Walzprofile bereits aus dem Elektroofen. Bei der Herstellung von Blechen liegt die Recyclingquote europaweit bei etwa 45%.

In der Schweiz wird kein Primärstahl hergestellt. Im Elektroverfahren wurden im Jahr 2007 rund 1,3 Mio. Tonnen Stahl aus Schrott produziert. Aus diesem Stahl werden jedoch ausschliesslich Flachstahl und Bewehrungsstahl (Werk Gerlafingen) und höher legierte Qualitätsstähle (Werk Emmenbrücke) hergestellt. Stahlprofile, die in der Schweiz zur Anwendung kommen, müssen alle importiert werden. Dabei kommen 100% der Profile aus europäischen Werken, welche Recyclingstahl produzieren.

Berücksichtigung verbesserter Energie- und Umweltwerte

Im Gegensatz zur rohstoff- und energieintensiven Primärproduktion von Roheisen und Rohstahl ist Recycling von Stahlschrott ökologisch wesentlich vorteilhafter. Die Produktion von Sekundärstahl benötigt 66,7% weniger Energie und produziert drei Viertel weniger CO2-Emissionen als der Hochofenprozess. (Stahl-Zentrum, 2008 aus: Vorstudie Mensinger TU München 2008)



04.12.2008
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